Kategorie: Aus dem Leben

Das Schauspiel von Wirklichkeit und Traum

Irgendwoher hallt ein Tropfen, als Erinnerung an den vorübergezogenen Regen, und das leise Knirschen von Kieselsteinen unter Gummisohlen. Der Himmel leuchtet mystisch im gedämpften Orange des Sonnenuntergangs. Es sind Momente wie diese, welche den Alltag aushebeln, um die Welt von neuen Empfindungen zu zeichnen.

Alles ist wie es ist, die letzten Tage, die letzten Monate. Das Fenster öffnet sich und alles, was war, verschwindet hinter einem Vorhang der Unwirklichkeit; wie ein Traum, an den man sich am Morgen noch vage zu klammen versucht, nur um ihn in den Farben der scheinbaren Wirklichkeit zu verlieren.

Wer sind wir wirklich, während wir unserem Streben nachsinnen? Was ist unser Zweck, während die Welt ihren Weg geht, ganz gleich, was wir zu beeinflussen versuchen?

So sehr wir uns auch dagegenstellen mögen, so geht doch jeden Morgen die Sonne auf und jeden Abend der Mond. Die Welt dreht sich weiter, während wir in Sorgen versinken, uns in Gelüsten verlieren, in einem vorübergehenden Glücksgefühl schwelgen. Wie sieht die Wahrhaftigkeit aus, hinter all diesen Illusionen?

Die Ehre, den Sinn des Lebens jemals zu verstehen, wird uns wohl kaum je vollumfänglich zuteil. Doch in kurzen Momenten lässt vielleicht ein Wellen vom Vorhang ein Gefühl erhaschen. Ein kurzer Anflug von Verstehen, dessen Nachhauch wir auf der Wange fühlen.

Die Welt der vielen Möglichkeiten, die Welt der Tabus

Du kennst bestimmt den Spruch «Wenn du nur willst, kannst du alles erreichen!». Und gleichzeitig wirst du auch folgende Aussage kennen: «Pass auf, was du sagst.» Ein Paradoxon?

In einer Zeit der illustrierten Freiheit können wir unsere eigenen Wege einschlagen, unsere Träume verwirklichen, auf bisher unbekannten Pfaden wandern. Das Rezept für den Erfolg: Eine Handvoll Selbstvertrauen, vermischt mit einer Prise Mut und einem angebrochenen Stück Talent. Packen wir unseren Rucksack. Auf, in die grosse, freie Welt hinaus! Auf unserer Reise durchlaufen wir bestimmt verschiedene Stationen. Nicht jeder hält bei den gleichen Orten, doch eines haben wir alle gemeinsam: Wir haben einen Traum, den es zu verwirklichen gibt.

Freiheit in der Öffentlichkeit?

Auf meiner persönlichen Reise habe ich vor allem Eines mit der Zeit festgestellt: Die Freiheit, die uns angepriesen wird, ist nicht echt. Die Möglichkeiten, die unsere Welt uns offenbart, sind nicht ohne Risiko. In vielen Themen fühle ich unsichtbare Fesseln um meine Handgelenke, die mich warnen, meine ehrlichen Ansichten öffentlich in einem Blog mitzuteilen. Man könnte nun sagen, dass es mir an Mut fehlt. Doch ist es das wert, seine Meinung der ganzen Welt mitzuteilen, um dafür von allen Seiten kritische Blicke einzuheimsen? Die Worte müssen nicht einmal vollkommen gegen die allgemeine öffentliche Meinung stehen. Es reicht, ein paar Wörter zu benutzen, die sonst niemand benutzt, etwas eine andere Bezeichnung zu geben, die niemand hören will. Ist das diese Freiheit, von der alle reden? Man ist frei, solange man die gleiche Meinung teilt wie die Mehrheit. Man ist frei, solange man auf den gleichen Pfaden wandert. Ein anderer Weg führt automatisch in die Vollzeitbeobachtung und Kritik sogar der eigenen besten Freunde.

Auf der sicheren Seite

Je länger ich darüber nachdenke, was mich bewegt, um ein Thema zu finden, über das ich schreiben könnte, desto mehr Tabus fallen mir auf. Was übrig bleibt, sind die überall bereits angepriesenen 08/15 Blogthemen: Shopping, Kleidung, Beauty, Haustiere, Reisen, Essen, Sport. Themen, über die kaum jemand wirklich viel Negatives sagen kann, die uns alle im Alltag begleiten. Tätigkeiten, die der Öffentlichkeit ein positives Bild von uns liefern, wie positive Eating, Yogatrends und Naturprodukte der Beautyindustrie. Und schon geht es um die Selbstinszenierung, um der Welt mitzuteilen: «Schaut, wie gut ich bin, auf meinem eigenen, individuellen Weg!» statt um die wirklichen, inneren Bewegungen. Wer würde schon öffentlich schreiben «Was mich zum Sport bewegt hat, ist die Sehnsucht nach einem Partner. Laut unseren Medien braucht man dafür einen guten Körper, den ich bisher nicht hatte.» oder «Ich spende nach Afrika, um mein Karma aufzubessern, damit ich mich selber besser fühle, während ich der Welt mitteilen kann, wie gut ich bin.» Was auffällt ist vor allem Eines: Es fehlt die Persönlichkeit, die Ehrlichkeit.

Selbstreflexion

Wer meinen Blog liest, dem fällt ganz sicher eines auf: Meine eigene ständige Selbstbeobachtung. Ich halte es für wichtig, im Leben immer wieder einmal inne zu halten und mich zu fragen: «Wo stehe ich gerade? Wohin bewege ich mich? Und wo wollte ich ursprünglich hin?» Ich bin stark der Meinung, dass diese Selbstreflexion sehr wichtig ist für die persönliche Entwicklung. Und genau diese Haltung, so glaube ich, hätten auch unsere Medien, die Weltpolitik, die Unternehmen, alles öffentlich Geteilte wieder einmal nötig. Ein Innehalten, ein Zurückerinnern an eigene Werte, an den Traum, der uns bewegt hat, in die Zukunft aufzubrechen, in der wir jetzt stehen.

 

Und wie geht es weiter?

Wann bist du glücklich? Zwischen dir und deinem Traum-Ich

Letztens las ich einen Artikel im Frauenmagazin „emotion“, zum Thema Kleiderschrank ausmisten. Gemäss dem Artikel kauft man seine Kleidung am ehesten danach ein, wer man gerne wäre, nicht danach, wer man ist.

Dieser Gedanke liess mich eine Weile nicht los. Ich fragte mich: Ist man nicht dann am glücklichsten, wenn man genau der Mensch gerne wäre, der man ist? Und wie wird man so glücklich mit sich selbst? Dies brachte mich zur nächsten Frage, wann ich mich wie „Ich“ und gleichzeitig mit diesem „Ich“ am wohlsten fühle. Meistens sind das Momente beim Sport oder in der Meditation. Insgesamt sind es diejenigen Momente, in denen ich fähig werde, meinem eigenen Ich und meinem Lebensinhalt rundum positive Gedanken gegenüber zu bringen.

Kennst du das Gefühl, dich selbst immer mehr zu verlieren, wenn du gerade im Alltagsstress untergehst?

Sobald ich einige Wochen am Stück kaum Zeit für mich finde, sondern in Gedanken immer nur im Job, bei irgendwelchen Sorgen und anderen Menschen bin, glaube ich, mein Leben nicht so zu führen, wie ich es gerne will. Dabei vergesse ich, dass ich letztes Mal, als ich über mich und mein Leben nachgedacht habe, beschlossen habe, mich auf das, was gerade IST zu konzentrieren und zu versuchen, darin immer das Positive zu sehen. Und das ist genau dieses „Im Alltag(sstress) feststecken“. Mein Job gibt mir das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun. Meine Beziehung gibt mir das Gefühl, nicht alleine zu sein und geliebt zu werden. Sie gibt mir Nähe und mir selbst einen Ort, an dem ich meine eigene Liebe geben kann. Freunde bringen Farbe, Freude und Abenteuer dazu und die Welt an sich schenkt mir jeden Tag neue Erlebnisse.

Diese Wechselbeziehung zwischen dem Glücklich-sein mit dem was ist und den Gedanken, mich in dem einfachen Leben zu verlieren, gleicht einer Pendelbewegung.

Aber wie muss man denn nun sein, um mit sich selbst glücklich zu sein?

Eigentlich ist die Antwort ganz einfach: Sei du selbst und liebe dich so, wie du bist!

Leider ist das trotzdem nicht immer so einfach. Darum gebe ich dir gerne ein paar Erkenntisse mit, die mir in meinem eigenen Glücklich-werden-Prozess immer wieder geholfen haben:

  • Wenn du unglücklich bist, frage dich zuerst einmal, wieso genau?
    Was macht dich so unglücklich? Wenn du dir über die genaue Ursache im Klaren bist, kannst du auch viel eher etwas dagegen unternehmen.
    Ist der wahre Grund z.B. wirklich der Stress? Oder ist es eher, weil du gerade in diesem Moment überlegst, was du alles tun könntest ohne diesen Stress?
    Hand aufs Herz: Aus eigener Erfahrung macht man in der Freizeit selten das, was man sich im Stress wünschen würde.
  • Wenn du dir etwas an dir selber wünschst, das im Bereich des Möglichen liegt: Mach es!
    Träume nicht immer davon, wie zufrieden du mit dir wärst, wenn du ab und zu Sport machen würdest. Geh raus und mache Sport!
    Wenn du dir erträumst, kreativer zu sein: Fang einfach damit an. Schiebe es nicht immer hinaus, fang einfach mal an, rein für das gute Gefühl.
    Aber vor allem: Fang klein an, damit die Freude daran nicht gleich wieder abklingt. Auch wenn du nicht bereits von Anfang an die Erfolge hast, die du dir erträumst (wer hat das schon ;) ), die Selbstzufriedenheit wird bestimmt nicht auf sich warten lassen.
  • Frag dich immer wieder, ob das, was du dir erträumst und das, was dich tatsächlich glücklich macht, wirklich übereinstimmt.
    Manchmal glaubt man, eine Sache würde einen zu einem zufriedeneren Menschen machen. Wenn man sie dann hat, bzw. umgesetzt hat, ist man erstaunlicherweise aber gar nicht glücklicher. In diesen Fällen liegt das Problem mit ziemlicher Sicherheit an einem anderen Ort. Vielleicht hast du zu hohe Erwartungen an dich selbst oder du willst jemand sein, der gar nicht zu dir passt.
  • Wie ist das, was du gerne wärst und das, was du bist, überhaupt mit der Realität vereinbar?
    Man hat immer wieder romantisierte Vorstellungen einer Perfektion, die so gar nicht existieren kann und vielleicht nicht einmal glücklich machen würde.
  • Ganz grundsätzlich, um noch einmal auf den Anfang von diesem Artikel zu sprechen zu kommen:
    Am glücklichsten ist man sicher, wenn man mit sich selbst ohne Wenn und Aber zufrieden sein kann. Dazu gehört viel Akzeptanz von eigenen Grenzen und Fehlern. Natürlich ist es nicht einfach, sich diese einzugestehen. Aber es kann auch unheimlich befreiend sein.

Alle diese Ideen sind natürlich wieder voller Theorie. In Wirklichkeit ist es nicht so einfach, sich Fehler einzugestehen, Träume zu verwerfen, weil sie nicht dem entsprechen, was eben Wahrheit ist, oder sich selbst dazu zu motivieren, tatsächlich etwas zu ändern.

Eine Möglichkeit sehe ich darin, der Realität in Gedanken genau diesen Fotofilter zu geben, den man für seine Träumereien benutzt. Denn gerade wenn ich diesen einen Text von mir selbst noch einmal durchlese, komme ich zum Schluss, dass es doch immer wieder die eigenen Gedankenbilder sind, die etwas zum Guten oder Schlechten wenden können.

Mein Schneeauto und der Gentleman mit dem Enteiser

Mein Auto spielte Schneemann, schon seit der ersten grossen Himmelsentleerung diesen Winter. Es musste bestimmt ganz schön frieren, als ich es heute Morgen besuchte. Etwa eine Viertelstunde Auto abschaben später hatten wir die Rolle gewechselt und ich selbst war nun von Kopf bis Fuss mit Schnee bedeckt. Das Eis war allerdings noch immer nicht entfernt.

Jemand kam herangefahren und hielt kurz vor mir an. Ein junger Mann stieg aus, ging zum Kofferraum und kam dann zu mir. Er drückte mir eine Sprühflasche mit blauem Mittel in die Hand und ich starrte ihn verdutzt an. Etwas sprachlos fragte ich, ob ich das einfach überall drauf sprühen könne. Er sagte «ja» und meinte noch «schon gut». Dann ging er zurück und fuhr weg. Ich stand noch etwas verdutzt da und wedelte ihm mit der Flasche zu. Wie jetzt, und wann gebe ich sie zurück?

Dankbar über den Enteiser widmete ich mich wieder meinem süssen Auto. Ich hatte noch nicht einmal Danke gesagt! Und wahrscheinlich, wenn ich so zurückdenke, hatte ich ihn nur mit offenem Mund und grossen Augen angestarrt. Hatte ich überhaupt ein Wort gesagt?

Eine Welle Glück machte sich in meinem Bauch breit. Und das schlechte Gewissen, nicht einmal Danke gesagt, sondern nur dumm gestarrt zu haben wie ein Goldfisch. Gibt es tatsächlich Menschen, die behaupten, es gäbe nur noch egoistische und selbstsüchtige Persönlichkeiten?

Im Nachhinein frage ich mich, ob mein Helfer in der Nachbarschaft wohnhaft ist und die Zeit vorher den Schaber-Lärm ertragen musste. Und vielleicht hat er ja Mitleid gekriegt, wie ich halbwegs im Maschendrahtzaun hing, um überhaupt auf das Dach von meinem Auto zu kommen.

Heute kann mir jedenfalls niemand weismachen, es gäbe keine spontanen, hilfsbereiten Menschen.

In diesem Sinne:

Von ganzem Herzen ein grosses DANKE an meinen Helfer.

Das grosse BLA – Die Motivation macht Kaffeepause

Es ist kalt. Viel zu kalt. Die riesige Fensterfront der Cafeteria erlaubt angenehm viel Helligkeit und die Aussicht auf das sanfte Weiss vom frischen Schnee. Isolation scheint allerdings nicht so ihr Ding zu sein.

Entscheidungen sind wohl allgegenwärtig in dieser Welt. Auch die Entscheidung, ob nun gelernt werden soll, oder doch lieber nur gefroren. Das grosse «BLA» in meinem Kopf, das jedes Mal, wenn ich versuche, einen weiteren Text zum Thema Blutgruppen zu lesen, die Konzentration stört, nervt langsam. «Die Isoagglutinine entstehen durch … BLA … «. Schliesslich gebe ich resigniert zu, gegen BLA verloren zu haben, und klappe den Laptop zu. Es ist immer noch viel zu kalt.

Es kreucht und fleucht – Wie der Start in den Frühling gelingt

Der vor ein paar Wochen noch leere Stadtpark ist heute voller Leben. Ein Kind nach dem anderen drängt auf die Rutsche, es quietscht und rennt und fällt und weint, während Mamis besorgt versuchen, den Überblick zu behalten. Am anderen Ende des Parks sieht der Frühling viel ruhiger aus. Ein paar Studenten versuchen zwischen den Sonnenstrahlen Formeln zu erkennen, andere machen sich diese Mühe gar nicht mehr und liegen nur noch da.

Wie jedem Zyklus, lassen sich auch den Jahreszeiten bestimmte Qualitäten zuordnen. Der Frühling scheint sich besonders für Neuanfänge zu eignen. Die Natur macht uns dies brav vor, indem sie aus ihrem Winterschlaf erwacht unsere Welt mit neuer Farbe streicht.

Auch wir können diese Zeit nutzen und die neuen Glückshormone zu Taten umwandeln.

 

Ein paar Ideen, wie ein optimaler Start in den Frühling gelingt:

 

  • Zu allererst: Es muss nicht alles anstrengend sein, was das Leben schöner macht. Mach es der Natur nach und sorge für einen neuen Duft, ein neues Kleid, oder auch einfach nur eine neue, hübsche Tasse für den Frühstückskaffee.

 

  • Wenn du dich dem neuen Leben in der Welt etwas verbundener fühlen willst, kauf dir Töpfe, Erde und Samen und kreiere deinen eigenen kleinen Garten. Es kann eine unglaubliche Freude sein, zu sehen, wie deine kleinen Sprösslinge ihre Köpfe aus der Erde strecken.

 

  • Jetzt ist eine schöne Zeit, um mit Sport im Freien zu beginnen. Zugegeben, dieser Punkt kostet einiges an Überwindung, wenn man ein Sportmuffel ist. Sobald aber der innere Schweinehund überwunden ist, wirst du dich dadurch erfüllt und ausgeglichen fühlen.

 

  • Du hast frei, die Sonne scheint und du weisst nicht, was du tun sollst? Geh einfach raus, setz dich an die Sonne und tue nichts. Die Pflanzen werden dich in ihren Kreisen als Sonnenanbeter bestimmt gerne willkommen heissen. Du kannst zwar keine Photosynthese, aber doch immerhin das Glücks-Vitamin D3 tanken.

 

  • Damit die Artenvielfalt unserer Flora und Fauna auch in ein paar Jahren noch verzaubert, müssen wir etwas für unsere summenden Freunde und Helfer, die Bienen, tun. Dafür kann man sich zum Beispiel eine eigene kleine Aufzucht mieten. Mehr Infos dazu findest du hier: http://www.rentabee.ch. Eine süsse und einfache Methode, um die verbliebene Schönheit unserer Welt zu erhalten.

 

 

In diesem Sinne: Ein summender Frühlingsgruss

Wie man im Lebenskampf nicht untergeht: mein Geheimtipp!

Das Leben bietet uns immer neue Hindernisse. So viel wir auch kämpfen, uns Mühe geben und wie ein Stehaufmännchen immer wieder von neuem auf die Zukunft zu gehen, es hört nie auf. Dann und wann wird ein Problem unüberwindbar. Zumindest scheint es so. Und dann stellt sich die Frage: Wie weit kann ich gehen? Wann ist genug gekämpft?

Es gibt viele Bereiche im Leben, die je nach Situation unsere ganzen Kräfte rauben können. Sei es der Beruf, die Kollegen, die Liebe, die Familie, unser Äusseres, unsere Gesundheit. Je nach Persönlichkeit und Schicksal haben wir andere Probleme. Aber eines ist klar: Zu kämpfen hat jeder!

Ich persönlich bin der Meinung, dass es sich immer lohnt, für einen Traum zu kämpfen, solange es einen nicht zerstört. In unserer Gesellschaft wird schon genug anderes schnell aufgegeben und weggeworfen. Mit unseren Träumen sollten wir vorsichtiger umgehen. Aber nicht nur mit unseren Träumen, auch mit uns selbst, unserem Körper, unserer Psyche. Daher ist es immer wichtig, das richtige Mass zu finden.

Oft kommt es auf den Blickwinkel an, die Art, wie wir auf eine Begebenheit zugehen und wie wir unsere Gedanken ausrichten, ob ein Ziel erreicht wird oder nicht. Gehen wir voller Mut und Glaube an das Gute an etwas heran, so kann sich alleine durch die Einstellung, die wir mitbringen, unser Vorhaben vereinfachen.

Schlussendlich muss jeder für sich selber herausfinden, wie weit er gehen kann.

 

Ich möchte dir hier 5 einfache Tipps mitgeben, um im Lebenskampf nicht umzugehen:

 

  • Höre auf dich selbst, auf dein Herz und deine Intuition. Sie sagen dir, welchen Weg du wirklich für richtig hältst. Sollte der Verstand dagegen sprechen, missachte ihn aber keinesfalls. Wäge gut ab, ob ein möglicher Rückschlag zu viel wäre, oder ob du das Risiko eingehen kannst.
  •  Lass die Meinungen anderer aussen vor. Egal was du tust, irgendjemand wird bestimmt etwas dagegen einzuwenden haben. Und dabei ist es wirklich EGAL, was du tust. Also tust du am besten das, was du selbst für richtig hältst. Nur du kennst dich wirklich gut genug, um für dich zu entscheiden.
  •  Mit den eigenen Gedanken kann man viel manipulieren. Es ist ein grosser Unterschied, ob du mit der Einstellung „Ich schaffe das! Und falls nicht, macht es mich immerhin stärker!“ an etwas heran gehst, oder ob du schon von Anfang an denkst: „Hoffentlich schaffe ich das! Wenn nicht, weiss ich nicht, wie ich dann leben soll.“
  •  Wenn du wirklich glaubst, an etwas kaputt zu gehen, dann lass es. Wenn die Hoffnung zunichte ist und du dich gleichzeitig nicht mehr fähig fühlst, stark zu bleiben, ist es manchmal besser, etwas einfach gehen zu lassen. Kein Traum der Welt bringt dir wirklich Erfüllung, wenn du am Ende nur noch ein Häufchen Elend bist.
  •  Und zum Schluss noch mein Geheimtipp in schwierigen Momenten:

Wenn ich mich in einer Situation gefangen fühle und nicht weiter weiss, versuche ich es mit dieser kleinen Übung: Ich stelle mir vor, ich hätte mein Leben hinter mir. Ich bin eine alte Omi, liege auf dem Sterbebett und denke an mein Leben zurück. Dabei sehe ich von dieser Vorstellung aus auf genau diesen Moment zurück und frage mich: Wie viel Bedeutung hat das hier wirklich? Wenn ich als alte Frau auf mein Leben zurück blicke, ist dieses Problem dann wirklich so schlimm? Irgendwie bin ich dann ja wohl alt geworden und egal, was aus der Situation wurde, ich habe gelebt. War es dann wirklich der absolute Untergang, dass ich diese Prüfung nicht bestanden habe? Oder dass der Freund gerade Schluss gemacht hat? Oder dass ich gerade vom Chef eine Strafpredigt erhalten habe? Oder kann ich darüber lächeln und mir denken: Ach, was habe ich mir damals den Kopf zerbrochen! Am Ende war alles gar nicht so schlimm.

Meine 10 aktuellsten „Bin ich eigentlich die Einzige“-Fragen

Kennst du das? Alle reden von einem Thema, alle empfinden etwas als vollkommen normal, alle denken anders als du. Zumindest scheinen es alle zu sein. Und du fragst dich dauernd: Bin ich eigentlich der/die Einzige, der/die anders denkt?

In letzter Zeit geht es mir immer häufiger so. Deshalb habe ich kurzerhand eine Liste mit den 10 für mich aktuellsten Themen erstellt:

 

Bin ich eigentlich die Einzige …

 

… die keine Weltreise-Sehnsucht hat, trotz perfektem Alter dafür

Alle wollen weg, die Welt kennen lernen. Andere Kulturen, andere Sitten, andere Natur. Dabei kommunikativ sein und Couchsurfing nutzen um den Ort aus den Augen Einheimischer zu erleben. Das alles ist ja super und ich verstehe die Abenteuerlust auch wirklich gut. Trotzdem habe ich selbst nicht dieses innere Reissen, alles stehen und liegen zu lassen, um für ein Jahr ein Leben als Backpackerin zu führen. Viel mehr sehne ich mich nach einem gemütlichen Nest, in dem ich mich zuhause fühlen kann. Ein Platz zum Leben an einem Ort, der nicht ein paar Wochen oder Monate später wieder mit Tränen in den Augen verabschiedet werden muss.

 

… die an Weltverbesserer-Anlässen statt Lösungsansätzen nur ein schlechtes Gewissen bekommt?

Vegan leben, Fairtrade, Bio, aus der Region einkaufen, am besten nie mehr Elektrizität benutzen. Der Trend zum bewussteren Leben war wohl kaum einmal so stark wie jetzt. Immer mehr Bewegungen rufen zu einem umweltverträglichen und gleichzeitig menschenfreundlichen Leben auf. Finde ich gut, wirklich! Ich versuche auch in möglichst vielen Bereichen auf mein Verhalten zu achten und mich zu bessern, der Umwelt zuliebe, Menschen zuliebe. Leider fehlen mir nur allzu oft die nötigen Finanzen, um mich auch ganz darauf zu stützen. Und ganz ehrlich, auch die Energie. Was bleibt, ist das schlechte Gewissen.

 

… die langsam die Nase voll hat von der Flüchtlingsdebatte?

Nicht, dass es nicht sinnvoll wäre, darüber zu diskutieren. Es muss eine Lösung gefunden werden, keine Frage. Nur geht es in der Debatte meist nicht um Lösungen, sondern nur noch um „die Bösen anderen“. Diejenigen, die für die Flüchtlinge Partei ergreifen, sind gegen die, welche sich dagegen stellen, und umgekehrt. Es geht nur noch darum, die anderen an den Pranger zu stellen. Hauptsache, man kann motzen. 

 

… die nur noch Bahnhof versteht, sobald es um die Börsenwelt geht?

Die Zeitungen erzählen locker vor sich hin von Börsencrash, Finanzkrise und Wirtschaftswachstum. Klar, ich verstehe dann so viel wie „uns gehts gut“ oder „uns gehts schlecht“. Aber mal ehrlich, das ganze Geplänkel rund herum, mit dessen Wissen Leute sich eine goldene Nase verdienen um danach in das grosse Schuldenloch zu stürzen, verstehe ich nicht. Das ist für mich eine andere Welt. Sollen sich andere den grossen Fisch an Land ziehen, mir ist er zu schwer.

 

… die langsam genug hat von all den „möchtegern-Hipster“-Artikeln?

Mittlerweile entdecke ich fast in jeder Zeitschrift Texte, die sich selber witzig finden. Finde ich übrigens gar nicht witzig. Das kommt oft unheimlich gestellt rüber. Ein Drittel der Wörter stammt aus einer Slang-Sprache, ein anderer Drittel fühlt sich irgendwie englisch und darum cooler (genau wie dieses Wort cool, nur noch neumodischer, denn das ist schon wieder veraltet), und der letzte Drittel ist noch normal, einfach nur deshalb, weil man nicht darum herum kommt. Irgendwie vermisse ich die guten alten, literarisch wertvollen Texte.

 

… die sich öfter einmal in Gedanken selbst ermahnt und dabei schizophren fühlt?

Manchmal komme ich mir wirklich doof vor. Das ist oft dann, wenn ich in Gedanken mit mir selber rede. Meistens sagt mir dann mein Verstand klipp und klar, ich solle etwas nicht tun. Dabei fühle ich mich auch noch wie ein kleines, unerzogenes Gör, das von seiner Mami ermahnt werden muss. Als hätte sie sich in meinem Kopf niedergelassen, als ich zuhause ausgezogen bin. 

 

… deren Nerven manchmal zu explodieren drohen, wenn im Zug derjenige auf dem Sitz nebenan skrupellos sein Bein an das eigene schmiegt?

Ich weiss, viele Menschen mögen Körperkontakt. Auch ich fühle mich öfter einmal einsam und sehne mich nach Nähe. ABER, bitte nicht so! Ernsthaft, wenn das Nebenan mich in einem Moment erwischt, in dem ich auch noch Hunger habe und ich, wie doof, kein Snickers bei mir habe, ist es arm dran. In meinem Kopf spielt sich in so einer Situation während der ganzen Fahrt das Szenario ab, wie ich ihm Ohrfeigen verpasse, oder Schlimmeres. In der Realität wird das Opfer in der Zwischenzeit von meinen Blicken getötet oder tunlichst ignoriert.

 

.. die sich manchmal die alte Rollenverteilung in der Familie zurück wünscht?

Früher war alles besser – der Standardspruch älterer Leute. Entweder bin ich in den letzten Jahren sehr schnell gealtert, oder etwas stimmt nicht mit mir. Während der Feminismus und „Frauen in Manager-Jobs“ voll im Gange sind, wünsche ich mir oft die Einfachheit von früher zurück. Natürlich möchte ich die Möglichkeit, Karriere zu machen, als Frau nicht missen. Auch die Bildung und die Integration in jegliche Ebene des Berufslebens, finde ich im Grunde nicht schlecht. Dafür bekommt man heutzutage bereits schräge Seitenblicke, wenn man als junge Frau behauptet, sich eine normale Familie, Zeit für Kinder und ein Leben als Hausfrau zu wünschen.

 

… die sich von den vielen Möglichkeiten viel mehr unter Druck gesetzt statt frei fühlt?

Der Spruch „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“ verfolgt uns. Wir tragen die ganze Verantwortung für jeden Lebensbereich. Ist etwas nicht so, wie es sein sollte, so ist scheinbar unser Wille zu schwach, unser Leben zum Positiven zu verändern. Jedenfalls in der Theorie. In der Praxis sieht das anders aus. Oft fehlen trotzdem die nötigen Mittel oder schlicht und einfach die Energie, sich etwas anzunehmen. Und was, wenn man sich von den Möglichkeiten so überrollt fühlt, dass man nicht weiss, was man will?

 

… die sich für Selfies eher schämt als damit zu prahlen?

Sie werden immer prominenter und haben sogar schon ein eigenes Gadget. Fast jeder Facebook-Account einer realen Person wird mit Selfies geschmückt. Diese neue Selbst-Darstellungsform finden scheinbar alle toll. Ich weiss nicht, ob meine Scham so etwas regelmässig online zu stellen daran liegt, dass ich mich nicht gerade als fotogen bezeichnen würde. Vielleicht liegt es auch nur an der gefühlten Arroganz, wenn ich in der Öffentlichkeit das Handy vor meine Nase halte um ihm Grimassen, Duckfaces oder das süsseste Lächeln ever zuzuwerfen.

 

Wie geht es dir damit? Hast du auch manchmal das Gefühl, der/die Einzige zu sein, der/die irgendwie anders denkt als der Rest?

Silikon vs. Silikonfrei bei Shampoos

Meine Haare nerven. Dauernd dieser Kampf gegen Stroh auf dem Kopf, gegen Spliss, Trockenheit, fettige Strähnen oder undefinierte Locken.

Vor etwa einem Jahr habe ich angefangen, verzweifelt nach guten Tipps für schönere Haare zu suchen. Der wohl am meisten gelesene Vorschlag waren silikonfreie Shampoos. Nun, das ist ein Versuch wert, dachte ich mir.

Wieso soll silikonfrei besser sein?

Die gefundene Erklärung dazu:
Silikone hüllen die Haare in eine Schicht, die sie beschwert und keine weitere Pflege bis ins Innere der Haare zulässt. Die Haare werden also nicht mehr mit genügend Feuchtigkeit und Pflege versorgt und sterben dadurch innerlich ab.

Das klingt eigentlich ganz gut. Als wären Haare eigenständige Lebewesen. Sie gehören ja auch zu mir und meinem Leben.

Die Suche nach dem richtigen silikonfreien Shampoo

Nach einer langen Zeit der Haarpflege mit silikonhaltigen Shampoos versuchte ich also die Umstellung. Über ein viertel Jahr benutzte ich das Shampoo von Schwarzkopf – Gliss Kur mit 0% Silikonen (rechts im Bild). Mein vorheriger Begleiter war von der gleichen Marke das Shampoo links im Bild.

Diese erste silikonfreie Pflege liess mich sehr unzufrieden zurück. Meine Haare schienen jeden Halt verloren zu haben. Sie waren strähnig, viel zu leicht und krausten sich bei jedem bisschen Feuchtigkeit.

Als nächstes versuchte ich es mit dem silikonfreien Syoss. Dieses gefiel mir ganz gut, zumindest konnten meine Haare ihre Form bewahren. Trotzdem wurde die Trockenheit nicht besser. Sie verschlimmerte sich fast noch. Der Stroh-Look, den ich loswerden wollte, verfolgte mich noch immer.

Der nächste Schritt führte mich zu den Naturprodukten. Für diese spricht neben der besseren Verträglichkeit durch natürliche Inhaltsstoffe auch der ökologische Faktor. Meine Lieblingsmarke in dem Bereich war schon immer Lavera, deshalb gab es auch erst einmal das Lavera Repair Pflege Shampoo. Ich liebte den Geruch und meine Haare fühlten sich weich und einigermassen gepflegt an. Ich blieb also eine Weile dabei. Meine Haare wurden nicht mehr schlimmer, aber leider auch nicht besser. Und das trotz bereits einem ca. 3/4 Jahr silikonfreier Haarpflege. Immerhin, dieses Shampoo überzeugte mich am meisten. Allerdings liegt es eher im oberen Preisbereich.

In einer erneuten Krise wechselte ich schlussendlich zum Logona Ginkgo Shampoo. Aber auch dieses konnte mich nicht überzeugen. Meine Haare wurden buschig, strohtrocken und beinahe unkämmbar.

Während der gesamten Zeit habe ich auch immer Wert auf zusätzliche Pflege mit silikonfreien Produkten (Conditioner, Öle usw.) gelegt, um den Haaren zusätzlich zu helfen. Ohne diese Hilfen hätte ich nach kurzer Zeit meine Haare beim Kämmen zur Hälfte ausgerissen. Jedenfalls gefühlt.

Die Beschaffenheit meiner Haare

Natürlich sind nicht alle Haare gleich. Meine Erlebnisse sind also nur bedingt auf andere übertragbar. Hier deshalb ein kurzer Steckbrief zu meinen Haaren:

Dicke:            dünn, aber viele

Aussehen:    leicht lockig, buschig, braun

Länge:            bis knapp über die Schultern

Probleme:      trocken, splissig, matt

Meine Überlegungen zu den Ergebnissen

Natürlich fragte ich mich auch, wieso silikonfrei wirklich besser sein soll. Gerade, nachdem ich diese schlechten Erfahrungen machen musste.

Haare sind zwar Zellen, aber eigentlich sind sie ja tote  Zellen. Wie sollen eigentlich tote Zellen Pflege aufnehmen können? Ist es dann nicht auch nur ein Einlagern dieser Produkte, die dann, genau so wie man sie in die Haare gibt, auch da verbleiben? Wo ist der Unterschied zu den Silikonen, ausser dass die Haare keine Pflege erhalten, die auch hält?

Was meine Haare alles durchmachen müssen:

Heisses Wasser, heisse Föhnluft, Glätten, Frisuren mit Spangen, Zug beim Kämmen, Wetterschwankungen usw.

Spätestens bei dieser Überlegung komme ich zum Schluss: meine Haare brauchen einen Schutz. Und genau diesen Schutz stellen Silikone dar, indem sie sich um meine Haare legen. Sie verhindern das Brechen, sie vermindern den Zug beim Kämmen durch Kämmbarkeit, sie sind vor der Hitze ein bisschen besser abgeschirmt usw.

Fazit:

Ich habe genug von silikonfrei! Der ganze Hype um diese Produkte, die scheinbar die Feuchtigkeit der Haare unterstützen soll, da sie „offener“ bleiben, hat bei mir zumindest fehlgeschlagen. Statt den versprochenen Vorteilen, wurde ich vom Gegenteil überrascht.

Nach einem Jahr silikonfreien Shampoos habe ich mich wieder an silikonhaltige gewagt. Und siehe da: Eine Woche später strahlen meine Haare bereits wieder in erstem Glanz. Mein Haarproblem scheint sich wenigstens wieder auf seine früheren Ausmasse zurück zu bilden.

Über weitere Ideen, wie ich meine Pracht auf dem Kopf in den Griff bekommen könnte, bin ich übrigens immer dankbar! :)

PS: Ich will hier nicht behaupten, silikonfreie Shampoos seien generell schlecht. Jede/Jeder hat andere Haare und muss für sich selbst herausfinden, welche Pflege am besten passt.

Depressive Phasen und das Lied des Windes

Ich stehe da und lausche. Mehr kann ich gerade nicht mehr. Irgendwer muss mir helfen. Irgendwer, der nicht mit seinen wahnsinnig tollen Weisheiten kommt und mir nichts anderes zu sagen hat als: „Du musst das positiv sehen!“ oder „Du hast nur gerade eine depressive Phase“. Natürlich liegen diese Leute dann nicht unbedingt falsch. Aber mal ehrlich: Wer will das schon hören, wenn es einem wirklich schlecht geht?

Manchmal, wenn dieses Gefühl von Hilflosigkeit bis in mein Herz vorgedrungen ist, stelle ich mich irgendwo in die Natur. Sie ist oft die einzige, die nicht wie wahnsinnig auf mich einredet. Doch sie spricht. Nicht mit Worten, nicht mit Texten, auch nicht durch Körpersprache. Sie erzählt ihre Geschichte vom Jetzt, durch ihr Dasein. Wenn du genau hin hörst, kannst du sie hören, wie sie dir ins Ohr flüstert. Sie spricht nicht von grossen Taten, von Mut und Durchhaltevermögen, wie uns dies die Medien und Mitmenschen so oft predigen.

Sie spricht von der Einfachheit. Von einer Weisheit, die nicht auf einem „richtig oder falsch“ beruht. Was sie ausmacht, ist nichts als Existenz und diese ist zum Glück oft gar nicht so kompliziert. Das einzig schwierige ist, ihre Sprache zu verstehen, denn wir Menschen kennen diese Art von Kommunikation nicht mehr.

Heute stehe ich draussen, auf der kahlen Strasse neben der Kirche. Der Himmel ist bewölkt. Den Farben der Welt ist die Sättigung ausgegangen. Neben mir befindet sich ein kleiner Spielplatz. Die Schaukeln zirkeln etwas wild aber einsam im Wind hin und her. Es ist erdrückend still, vom Brausen des leichten Sturmes abgesehen.

Ich stehe da und lausche. Und ich fühle, wie eine sanfte, einfache Erkenntnis die Hilflosigkeit in meinem Herzen verändert. Ganz unbemerkt ist sie in mein Inneres geschlichen, übertönt von den Eindrücken der Aussenwelt. Die Erkenntnis enthält nur dieses: „Loslassen“. Loslassen, wie die Schaukeln, die sich dem Wind hingeben, anstatt sich dagegen anzustemmen. Wie das Blatt, das vor meinen Augen durch saust. Wie der Baum, der seinen alten, morschen Ast dem Wind schenkt und fallen lässt, anstatt ihn mit viel Mühe festzuhalten.

Natürlich lasse ich nicht alles los. Aber ich lasse meine Gedanken los. Und ohne meine Gedanken, verändert sich die Welt.

Ich stehe immer noch draussen, auf der kahlen Strasse neben der Kirche. Alles ist gleich, doch alles ist anders. Am Himmel spielen die Wolken fangen. Die Schaukeln tanzen fröhlich im Wind und lassen sich gehen. Es ist still, denn die Welt lauscht, während der leichte Sturm ihr ein Lied singt.