All posts by Anja

Wie Du dich auf den Einzug von Katzen vorbereiten kannst

Das Aufwachsen mit Haustieren, und wenn sie noch so verwildert sind, beeinflusst in vielerlei Hinsicht. Bei mir blieb immer der Wunsch, einen tierischen Freund an meiner Seite zu haben. Und das, obwohl unsere Katze, eine Freigängerin namens Sissi, absolut nicht menschenfreundlich war, sondern die typischen Klischees erfüllte: Menschen sind nur Dosenöffner, gekuschelt wird nur wenn Katze will (so gut wie nie in diesem Fall), und wenn Katze kuscheln will, so dauert dies meist ein paar Sekunden an, bis Mensch als böse empfunden wird. Nun, bestimmt war unsere flauschige Mitbewohnerin hier auch ein spezieller Fall. Nichts desto trotz liebte ich sie.

Nach jahrelangem haustierfreiem Leben ist nun aus dem verbliebenen Traum ein Entschluss entstanden. In ein paar Monaten dürfen zwei kleine, fellige Mitbewohner bei mir und meinem Partner einziehen. Unsere Leihmutter (wir müssen sie erst noch kennenlernen, doch sie ist auf jeden Fall eine Schönheit sondergleichen!) ist schon fleissig am Austragen unserer baldigen neuen Freunde. Und auch meine Hormone spielen verrückt! Um die Wartezeit zu verkürzen, wird nun natürlich fleissig alles auf die Kleinen vorbereitet. Diese Aufregung möchte ich Dir nicht vorenthalten.

Was es alles braucht, wenn Kitten einziehen:

Was für Katzen will ich?

Die erste Entscheidung ist natürlich, was für Katzen es werden sollen. Willst Du Kitten oder lieber eine erwachsene Katze? Rassekatze oder Bauerhofkatze? Verspielt und wild oder lieber ausgeglichen bis lethargisch?

Viele schwören auf das Retten von Tieren aus Tierheimen, was ich absolut unterstütze! Es gibt aber mehr zu beachten:

Katzen aus Tierheimen haben oft bereits etwas Schlimmes erlebt. Daher sollte vorab bedacht werden, ob man selbst die Erfahrung und eventuell auch die Zeit aufbringen kann, diesem Tier ein gutes Leben zu bieten.
Bauernhofkatzen sind vielmals eigensinniger und weniger menschenbezogen als Rassekatzen, welche die Nähe zum Menschen besser kennen. Willst Du eine sehr eigenständige, freie Katze, und/oder hast vielleicht auch nicht das Budget für eine teure Rassekatze, ist eine Bauernhofkatze eine wundervolle Wahl.
Rassekatzen dagegen sind oft speziell gezüchtet und nicht jeder will diese Art der Vermehrung unterstützen. Gute Züchter achten aber auf die Gesundheit der Tiere, auf ein Vermeiden von Erbkrankheiten und sorgen bereits vor Abgabe der Tiere für notwendige Impfungen und Gesundheitschecks. Ausserdem kann man sich bei Rassekatzen an einigen Grundcharakteristika orientieren und weiss somit eher, was für ein Tier einzieht. Natürlich sind diese aber auch nur grobe Züge, trotzdem weist jedes Tier seinen eigenen Charakter auf. Und nicht zuletzt spielen die Erziehung und persönliche Erlebnisse der Katzen eine grosse Rolle in der Entwicklung.

Meine persönliche Entscheidung fiel auf eine Rasse, die Sibirische Katze. Ursprung dafür war die leichte Allergie meines Partners. Ich suchte also nach Katzen, welche besser geeignet sind und stiess auf zahlreiche Erfahrungsberichte, welche dies bestätigen. Der Grund hierfür ist, dass die Sibirer weniger (nicht keins!) von dem für die Allergie verantwortlichen Protein Fel D1 produzieren. Bei leichten Allergien kann diese verminderte Produktion genügen, damit keine Symptome auftreten.
Aber auch diese Proteinproduktion ist nicht bei allen Sibirischen Katzen gleich und es sollte auf jeden Fall vorher ein langer Besuch bei einem Züchter eingeplant werden, um dies auszutesten. Viele Züchter bieten hierfür auch extra Tests an.

Nun, die süssen Sibirischen Katzen suchten wir uns natürlich nicht nur wegen der Allergie aus. Dies war nur der Weg, wie wir sie kennen lernten. Einmal gesehen war ich bis über beide Ohren verliebt und kann mir eine andere Rasse nicht mehr für mich vorstellen. Ich glaube sogar, das ist mit den Rassekatzen ein bisschen wie mit den Hunden: Hund und Herrchen passen oft wunderbar zusammen, auch optisch. Ich behaupte hier daher einfach einmal, meine Haare sind in etwa so wuschelig, wie das Fell der Sibirischen Katzen. Wir passen zusammen! :)

Grundbedürfnisse stillen

Natürlich haben auch Katzen eine Art Bedürfnispyramide und die untersten Ebenen handeln vom gleichen wie die vom Menschen: Nahrung, ein Zuhause, Hygiene.

Erst einmal braucht es Futterschalen für die Kleinen. Bei meinen Recherchen bin ich auf verschiedene Anhaltspunkte gestossen, die es zu beachten gilt. Hilfreich waren dabei übrigens Foren mit erfahrenen Züchter/innen, wie z.B. das Katzenforum und natürlich die grösseren Haustierseiten- und Shops wie Zooplus oder Purina.

Was ist denn nun zu beachten?
Gerade Kitten sind noch nicht so gross und bevorzugen daher Futterschalen mit tieferem Rand, damit sie auch gut an das Essen herankommen. Die Schalen sollten nicht spiegeln, dies könnte die Kleinen irritieren. Ausserdem ist darauf zu achten, dass die Schale breit genug ist, damit die Katze mit ihren Schnurrhaaren nicht am Rand anstösst. Für den Katzenhalter ist natürlich ein Gefäss von Vorteil, das auch spülmaschinengeeignet ist.

Beim Futter selbst gehen die Meinungen auseinander. Ich persönlich habe mich nach langer Recherche für viel abwechslungsreiches und vor allem fleischreiches Futter, möglichst ohne viele Zusatzstoffe, entschieden. Dies darf ruhig aus der Dose sein, aber ab und zu erhalten sie auch extra Happen frisches, rohes Fleisch. Beim Trockenfutter sollte darauf geachtet werden, dass es möglichst viel Fleischanteil enthält und wenige (höchstens 10%) Kohlenhydrate. Eine Art gesunde Mischung also. Und vor allem sollte immer genügend Wasser vorhanden sein!

Das Katzenklo

Katzen sind sehr reinliche Tiere und mögen daher auch eine hübsche, saubere Toilette. Genug Platz ist dabei unheimlich wichtig. Gerade grössere und langhaarige Katzen brauchen eine grössere Toilette, damit sie ihre Hinterlassenschaften beim Ausstieg nicht wieder ausversehen mittragen.
Viele Katzenhalter schwören auf geschlossene Toiletten, da diese natürlich die Streu besser davon abhalten, sich in der ganzen Wohnung zu verteilen. Die Tiere selbst mögen aber offene Toiletten lieber (wobei auch dies vom einzelnen Tier und seinen Vorlieben abhängig ist!). Diese halten den Geruch weniger fest und ermöglichen das Erkennen von eventuellen Feinden frühzeitig, ein uralter Instinkt. Unsere Entscheidung fiel daher eindeutig auf offene Toiletten, die denn auch in unserem Fitness- und Chill Zimmer sowie im Bad ihren Platz finden werden. Gerade wenn die Katzen grösser werden, muss auch auf ein grösseres Katzenklo umgestiegen werden. Eine Variante mit höherem Rand ist eine gute Alternative zu einer geschlossenen Form. Auch ganz süss fand ich Toilettenschränke oder Ideen, wie die unschönen Schalen gut in Möbeln versteckt werden können. Die fertigen Angebote waren mir für meine zukünftigen Katzen leider zu klein (Sibirische Waldkatzen können ganz schön gross werden!). Für kleinere Rassen kann dies jedoch eine echt schöne Möglichkeit sein.

Bei Kitten sollte übrigens noch keine Klumpstreu verwendet werden, da sie, wie auch Menschenbabys, noch gerne alles Mögliche in den Mund nehmen und die Streu dann auch verschluckt werden kann. Ein solcher Pipiklumpen im Magen ist natürlich nicht so toll. Später ist aber Klumpstreu eine gute Möglichkeit für die einfache Reinigung der Toilette.
Grundsätzlich wird am Anfang am besten die Streu verwendet, welche dieTiere bereits kennen.

Körperhygiene und Bettchen

Jede Katze liebt stille Rückzugsmöglichkeiten, wie auch wir Menschen teilweise gerne unsere Ruhe haben. Daher sollten genügend Höhlen und Bettchen zur Verfügung stehen. Auch eine weiche Decke auf dem Fenstersims ist gut geeignet, der Katze ein schönes Zuhause zu geben. Katzen LIEBEN Fenster! Was gibt es denn schöneres, als in der Wärme eingekuschelt nach draussen zu schauen, was da so alles los ist.

Für die Katzenhygiene ist neben der richtigen Toilette ein Kratzbaum unabdinglich. Die Krallen müssen gewetzt sein, ansonsten bleiben sie plötzlich überall hängen. Unsere Katze Sissi war irgendwann eine echte Greisin. Sie wurde zu müde, sich richtig zu pflegen und es war mitunter schon richtig traurig mit anzusehen, wie sie an jeder Faser hängen blieb!
(Ich weiss nicht, wie alt sie genau wurde, mehr als 20 Jahre waren es mit Sicherheit! Übrigens: Die Süsse wurde nie an einen Transport zum Tierarzt oder Ähnliches gewöhnt. Abgesehen von Wurmkuren hat sie nach den ersten Impfungen und Kastration nie wieder einen Tierarzt gesehen. Mit meinen eigenen Kleinen werde ich das natürlich anders handhaben. Trotzdem finde ich erstaunlich, wie alt Sissi geworden ist, ohne jegliche Arzttermine.)

Bei langhaarigen Katzen darf das regelmässige Bürsten nicht vergessen werden. Gewöhnt man sie von klein auf an diese Pflege, geniessen es viele Katzen sogar. Lässt man diese Fellpflege ausser Acht können sich Verfilzungen bilden, welche über längere Zeit zu Reizungen auf der Haut und Ausschlägen führen können.

Die Wildkatze in der Hauskatze

Auch unsere domestizierten Kuschelpartner sind natürlich im Inneren immer noch ein bisschen Wildkatze. Dieser Instinkt sollte natürlich wahrgenommen und unterstützt werden. Gerade wenn die Katze keinen Freilauf erhält, wie es bei uns der Fall sein wird, ist es wichtig, immer wieder genügend Abwechslung zu bieten. Mal ein neues Spielzeug, mal eine neue Einrichtung, hier darf man ruhig kreativ sein. Für den Anfang haben wir uns für typisches Katzenspielzeug entschieden. Was wir später noch alles basteln werden, wird sich herausstellen.

Katzenvorsorge

Auch Katzen können krank werden. Ein kleines Vermögen sollte daher immer zur Verfügung stehen, sollte einmal etwas passieren. Hierfür gibt es extra Tierversicherungen. Persönlich habe ich mich jedoch für ein extra Sparkonto für die Katzen entschieden, auf welches ich regelmässig etwas Geld für Notfälle einzahle. Grundsätzlich sollte man sich natürlich vorher Gedanken machen, was eine Katze kostet und sich einen Budgetplan erstellen.

Wohnungs- oder Freilaufhaltung

Auch bei diesem Thema gehen die Meinungen der Katzenhalter stark auseinander. Gerade in Kreisen der Rassenkatzen wird hier öfter gestritten. Natürlich haben beide Möglichkeiten ihre Vor- und Nachteile und es müssen verschiedene Aspekte bedacht werden.

Die Katzenhaltung mit Freilauf hat natürlich den riesigen Vorteil, der Katze ihren Freiraum lassen zu können. Sie kann an Nachbars Blumen schnüffeln, sich mit fremden Katzen streiten, ihr Revier verteidigen, Mäuse fangen, sich auf der Wiese sonnen und Insekten jagen. Grundsätzlich ist dies klar die schönere Variante für Katzen. Aber auch nicht immer.

Revierkämpfe können für Sensibelchen auch Stress bedeuten, Strassen stellen grosse Gefahren dar und leider sind auch nicht alle Menschen tierlieb. Gerade bei Rassekatzen kommt es öfter zu Diebstählen freilaufender Tiere. Und die Gefahr besteht auch, dass die Bindung zum Menschen nie so richtig stark wird. Man ist dann schnell tatsächlich nur der Dosenöffner und ein Freund nur in der Not.

Bei einer reinen Wohnungshaltung haben die kleinen Tiger oft einen engeren Bezug zum Menschen und sind natürlich in einer sicheren Umgebung. Sie bringen dann keine toten Tiere nach Hause, niemand kann sie entführen und es muss nicht extra eine Katzentür eingebaut werden. Dafür muss für mehr Indoor-Beschäftigungen gesorgt werden, es müssen mehr Katzentoiletten zur Verfügung stehen und mehr Essen gekauft werden, da nicht zwischendurch einfach einmal eine Maus verschlungen oder beim Nachbar genascht wird. Und natürlich sollten hier auch immer mindestens zwei Katzen gewählt werden und nicht eine alleine. Ein Mensch als Freund ist trotz aller Liebe nie das gleiche wie ein Artgenosse.
Eine Katze in reiner Wohnungshaltung sollte den Freigang noch nicht kennen. Ansonsten wird sie kaum glücklich, sofern sie sich nicht von selbst dazu entscheidet nicht raus zu gehen.

Auch wenn ich klar Freigang für Katzen schöner finde, habe ich mich für die Wohnungshaltung entschieden. Aus dem einfachen Grund, dass immerhin eine riesige Terrasse zur Verfügung steht und ich panische Angst hätte meine Süssen auf der stark befahrenen Strasse gleich neben dem Haus tot aufzufinden. Und auch, aus dem doch ehrlich ziemlich egoistischen Grund heraus, dass ich mir einen engen Bezug zu meinen Tieren wünsche.

Informiert ist halb gewonnen

Bestimmt kann mein Partner meine endlosen Internetrecherchen der letzten Tage kaum mehr hören und sehen. Doch ich bin der Überzeugung, dass vorheriges Informieren sehr wichtig ist. Wer weiss, vielleicht rettet meine Information über die Prozedur einer Herzmassage bei Katzen meinen Süssen einmal das Leben.

Es gibt viele Anleitungen und Listen, was alles bedacht werden muss vor der Entscheidung, Kitten in die Familie zu integrieren. Es lohnt sich auf jeden Fall, vorher möglichst alles überdacht zu haben, um nicht am Ende enttäuscht oder überfordert mit zwei süssen Fellknäueln dazustehen und sie wieder abgeben zu müssen.

Bedenke auf jeden Fall, dass eine Katze ein Lebewesen mit Gefühlen und allem drum und dran ist. Du solltest sie als Partner bis an ihr Lebensende sehen und auch als solche behandeln und schätzen.

… und nun fehlen nur noch die Katzen. :)

2+

Das Schauspiel von Wirklichkeit und Traum

Irgendwoher hallt ein Tropfen, als Erinnerung an den vorübergezogenen Regen, und das leise Knirschen von Kieselsteinen unter Gummisohlen. Der Himmel leuchtet mystisch im gedämpften Orange des Sonnenuntergangs. Es sind Momente wie diese, welche den Alltag aushebeln, um die Welt von neuen Empfindungen zu zeichnen.

Alles ist wie es ist, die letzten Tage, die letzten Monate. Das Fenster öffnet sich und alles, was war, verschwindet hinter einem Vorhang der Unwirklichkeit; wie ein Traum, an den man sich am Morgen noch vage zu klammen versucht, nur um ihn in den Farben der scheinbaren Wirklichkeit zu verlieren.

Wer sind wir wirklich, während wir unserem Streben nachsinnen? Was ist unser Zweck, während die Welt ihren Weg geht, ganz gleich, was wir zu beeinflussen versuchen?

So sehr wir uns auch dagegenstellen mögen, so geht doch jeden Morgen die Sonne auf und jeden Abend der Mond. Die Welt dreht sich weiter, während wir in Sorgen versinken, uns in Gelüsten verlieren, in einem vorübergehenden Glücksgefühl schwelgen. Wie sieht die Wahrhaftigkeit aus, hinter all diesen Illusionen?

Die Ehre, den Sinn des Lebens jemals zu verstehen, wird uns wohl kaum je vollumfänglich zuteil. Doch in kurzen Momenten lässt vielleicht ein Wellen vom Vorhang ein Gefühl erhaschen. Ein kurzer Anflug von Verstehen, dessen Nachhauch wir auf der Wange fühlen.

1+

Die Welt der vielen Möglichkeiten, die Welt der Tabus

Du kennst bestimmt den Spruch «Wenn du nur willst, kannst du alles erreichen!». Und gleichzeitig wirst du auch folgende Aussage kennen: «Pass auf, was du sagst.» Ein Paradoxon?

In einer Zeit der illustrierten Freiheit können wir unsere eigenen Wege einschlagen, unsere Träume verwirklichen, auf bisher unbekannten Pfaden wandern. Das Rezept für den Erfolg: Eine Handvoll Selbstvertrauen, vermischt mit einer Prise Mut und einem angebrochenen Stück Talent. Packen wir unseren Rucksack. Auf, in die grosse, freie Welt hinaus! Auf unserer Reise durchlaufen wir bestimmt verschiedene Stationen. Nicht jeder hält bei den gleichen Orten, doch eines haben wir alle gemeinsam: Wir haben einen Traum, den es zu verwirklichen gibt.

Freiheit in der Öffentlichkeit?

Auf meiner persönlichen Reise habe ich vor allem Eines mit der Zeit festgestellt: Die Freiheit, die uns angepriesen wird, ist nicht echt. Die Möglichkeiten, die unsere Welt uns offenbart, sind nicht ohne Risiko. In vielen Themen fühle ich unsichtbare Fesseln um meine Handgelenke, die mich warnen, meine ehrlichen Ansichten öffentlich in einem Blog mitzuteilen. Man könnte nun sagen, dass es mir an Mut fehlt. Doch ist es das wert, seine Meinung der ganzen Welt mitzuteilen, um dafür von allen Seiten kritische Blicke einzuheimsen? Die Worte müssen nicht einmal vollkommen gegen die allgemeine öffentliche Meinung stehen. Es reicht, ein paar Wörter zu benutzen, die sonst niemand benutzt, etwas eine andere Bezeichnung zu geben, die niemand hören will. Ist das diese Freiheit, von der alle reden? Man ist frei, solange man die gleiche Meinung teilt wie die Mehrheit. Man ist frei, solange man auf den gleichen Pfaden wandert. Ein anderer Weg führt automatisch in die Vollzeitbeobachtung und Kritik sogar der eigenen besten Freunde.

Auf der sicheren Seite

Je länger ich darüber nachdenke, was mich bewegt, um ein Thema zu finden, über das ich schreiben könnte, desto mehr Tabus fallen mir auf. Was übrig bleibt, sind die überall bereits angepriesenen 08/15 Blogthemen: Shopping, Kleidung, Beauty, Haustiere, Reisen, Essen, Sport. Themen, über die kaum jemand wirklich viel Negatives sagen kann, die uns alle im Alltag begleiten. Tätigkeiten, die der Öffentlichkeit ein positives Bild von uns liefern, wie positive Eating, Yogatrends und Naturprodukte der Beautyindustrie. Und schon geht es um die Selbstinszenierung, um der Welt mitzuteilen: «Schaut, wie gut ich bin, auf meinem eigenen, individuellen Weg!» statt um die wirklichen, inneren Bewegungen. Wer würde schon öffentlich schreiben «Was mich zum Sport bewegt hat, ist die Sehnsucht nach einem Partner. Laut unseren Medien braucht man dafür einen guten Körper, den ich bisher nicht hatte.» oder «Ich spende nach Afrika, um mein Karma aufzubessern, damit ich mich selber besser fühle, während ich der Welt mitteilen kann, wie gut ich bin.» Was auffällt ist vor allem Eines: Es fehlt die Persönlichkeit, die Ehrlichkeit.

Selbstreflexion

Wer meinen Blog liest, dem fällt ganz sicher eines auf: Meine eigene ständige Selbstbeobachtung. Ich halte es für wichtig, im Leben immer wieder einmal inne zu halten und mich zu fragen: «Wo stehe ich gerade? Wohin bewege ich mich? Und wo wollte ich ursprünglich hin?» Ich bin stark der Meinung, dass diese Selbstreflexion sehr wichtig ist für die persönliche Entwicklung. Und genau diese Haltung, so glaube ich, hätten auch unsere Medien, die Weltpolitik, die Unternehmen, alles öffentlich Geteilte wieder einmal nötig. Ein Innehalten, ein Zurückerinnern an eigene Werte, an den Traum, der uns bewegt hat, in die Zukunft aufzubrechen, in der wir jetzt stehen.

 

Und wie geht es weiter?

0

Fehlerhafte Welt

Diese unsere Welt ist ein höchst unvollkommenes Gefüge, das nur durch unwahrscheinliche Schicksalsstränge zusammenhält. So erinnere dich der Fehlerhaftigkeit allen Seins und füge dich deiner eigenen Unvollkommenheit, denn sie ist Teil eines grösseren Ganzen und in ihrer Art keinesfalls verzichtbar.

@ Gedankenmalen

0

Wann bist du glücklich? Zwischen dir und deinem Traum-Ich

Letztens las ich einen Artikel im Frauenmagazin „emotion“, zum Thema Kleiderschrank ausmisten. Gemäss dem Artikel kauft man seine Kleidung am ehesten danach ein, wer man gerne wäre, nicht danach, wer man ist.

Dieser Gedanke liess mich eine Weile nicht los. Ich fragte mich: Ist man nicht dann am glücklichsten, wenn man genau der Mensch gerne wäre, der man ist? Und wie wird man so glücklich mit sich selbst? Dies brachte mich zur nächsten Frage, wann ich mich wie „Ich“ und gleichzeitig mit diesem „Ich“ am wohlsten fühle. Meistens sind das Momente beim Sport oder in der Meditation. Insgesamt sind es diejenigen Momente, in denen ich fähig werde, meinem eigenen Ich und meinem Lebensinhalt rundum positive Gedanken gegenüber zu bringen.

Kennst du das Gefühl, dich selbst immer mehr zu verlieren, wenn du gerade im Alltagsstress untergehst?

Sobald ich einige Wochen am Stück kaum Zeit für mich finde, sondern in Gedanken immer nur im Job, bei irgendwelchen Sorgen und anderen Menschen bin, glaube ich, mein Leben nicht so zu führen, wie ich es gerne will. Dabei vergesse ich, dass ich letztes Mal, als ich über mich und mein Leben nachgedacht habe, beschlossen habe, mich auf das, was gerade IST zu konzentrieren und zu versuchen, darin immer das Positive zu sehen. Und das ist genau dieses „Im Alltag(sstress) feststecken“. Mein Job gibt mir das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun. Meine Beziehung gibt mir das Gefühl, nicht alleine zu sein und geliebt zu werden. Sie gibt mir Nähe und mir selbst einen Ort, an dem ich meine eigene Liebe geben kann. Freunde bringen Farbe, Freude und Abenteuer dazu und die Welt an sich schenkt mir jeden Tag neue Erlebnisse.

Diese Wechselbeziehung zwischen dem Glücklich-sein mit dem was ist und den Gedanken, mich in dem einfachen Leben zu verlieren, gleicht einer Pendelbewegung.

Aber wie muss man denn nun sein, um mit sich selbst glücklich zu sein?

Eigentlich ist die Antwort ganz einfach: Sei du selbst und liebe dich so, wie du bist!

Leider ist das trotzdem nicht immer so einfach. Darum gebe ich dir gerne ein paar Erkenntisse mit, die mir in meinem eigenen Glücklich-werden-Prozess immer wieder geholfen haben:

  • Wenn du unglücklich bist, frage dich zuerst einmal, wieso genau?
    Was macht dich so unglücklich? Wenn du dir über die genaue Ursache im Klaren bist, kannst du auch viel eher etwas dagegen unternehmen.
    Ist der wahre Grund z.B. wirklich der Stress? Oder ist es eher, weil du gerade in diesem Moment überlegst, was du alles tun könntest ohne diesen Stress?
    Hand aufs Herz: Aus eigener Erfahrung macht man in der Freizeit selten das, was man sich im Stress wünschen würde.
  • Wenn du dir etwas an dir selber wünschst, das im Bereich des Möglichen liegt: Mach es!
    Träume nicht immer davon, wie zufrieden du mit dir wärst, wenn du ab und zu Sport machen würdest. Geh raus und mache Sport!
    Wenn du dir erträumst, kreativer zu sein: Fang einfach damit an. Schiebe es nicht immer hinaus, fang einfach mal an, rein für das gute Gefühl.
    Aber vor allem: Fang klein an, damit die Freude daran nicht gleich wieder abklingt. Auch wenn du nicht bereits von Anfang an die Erfolge hast, die du dir erträumst (wer hat das schon ;) ), die Selbstzufriedenheit wird bestimmt nicht auf sich warten lassen.
  • Frag dich immer wieder, ob das, was du dir erträumst und das, was dich tatsächlich glücklich macht, wirklich übereinstimmt.
    Manchmal glaubt man, eine Sache würde einen zu einem zufriedeneren Menschen machen. Wenn man sie dann hat, bzw. umgesetzt hat, ist man erstaunlicherweise aber gar nicht glücklicher. In diesen Fällen liegt das Problem mit ziemlicher Sicherheit an einem anderen Ort. Vielleicht hast du zu hohe Erwartungen an dich selbst oder du willst jemand sein, der gar nicht zu dir passt.
  • Wie ist das, was du gerne wärst und das, was du bist, überhaupt mit der Realität vereinbar?
    Man hat immer wieder romantisierte Vorstellungen einer Perfektion, die so gar nicht existieren kann und vielleicht nicht einmal glücklich machen würde.
  • Ganz grundsätzlich, um noch einmal auf den Anfang von diesem Artikel zu sprechen zu kommen:
    Am glücklichsten ist man sicher, wenn man mit sich selbst ohne Wenn und Aber zufrieden sein kann. Dazu gehört viel Akzeptanz von eigenen Grenzen und Fehlern. Natürlich ist es nicht einfach, sich diese einzugestehen. Aber es kann auch unheimlich befreiend sein.

Alle diese Ideen sind natürlich wieder voller Theorie. In Wirklichkeit ist es nicht so einfach, sich Fehler einzugestehen, Träume zu verwerfen, weil sie nicht dem entsprechen, was eben Wahrheit ist, oder sich selbst dazu zu motivieren, tatsächlich etwas zu ändern.

Eine Möglichkeit sehe ich darin, der Realität in Gedanken genau diesen Fotofilter zu geben, den man für seine Träumereien benutzt. Denn gerade wenn ich diesen einen Text von mir selbst noch einmal durchlese, komme ich zum Schluss, dass es doch immer wieder die eigenen Gedankenbilder sind, die etwas zum Guten oder Schlechten wenden können.

0

Mein Schneeauto und der Gentleman mit dem Enteiser

Mein Auto spielte Schneemann, schon seit der ersten grossen Himmelsentleerung diesen Winter. Es musste bestimmt ganz schön frieren, als ich es heute Morgen besuchte. Etwa eine Viertelstunde Auto abschaben später hatten wir die Rolle gewechselt und ich selbst war nun von Kopf bis Fuss mit Schnee bedeckt. Das Eis war allerdings noch immer nicht entfernt.

Jemand kam herangefahren und hielt kurz vor mir an. Ein junger Mann stieg aus, ging zum Kofferraum und kam dann zu mir. Er drückte mir eine Sprühflasche mit blauem Mittel in die Hand und ich starrte ihn verdutzt an. Etwas sprachlos fragte ich, ob ich das einfach überall drauf sprühen könne. Er sagte «ja» und meinte noch «schon gut». Dann ging er zurück und fuhr weg. Ich stand noch etwas verdutzt da und wedelte ihm mit der Flasche zu. Wie jetzt, und wann gebe ich sie zurück?

Dankbar über den Enteiser widmete ich mich wieder meinem süssen Auto. Ich hatte noch nicht einmal Danke gesagt! Und wahrscheinlich, wenn ich so zurückdenke, hatte ich ihn nur mit offenem Mund und grossen Augen angestarrt. Hatte ich überhaupt ein Wort gesagt?

Eine Welle Glück machte sich in meinem Bauch breit. Und das schlechte Gewissen, nicht einmal Danke gesagt, sondern nur dumm gestarrt zu haben wie ein Goldfisch. Gibt es tatsächlich Menschen, die behaupten, es gäbe nur noch egoistische und selbstsüchtige Persönlichkeiten?

Im Nachhinein frage ich mich, ob mein Helfer in der Nachbarschaft wohnhaft ist und die Zeit vorher den Schaber-Lärm ertragen musste. Und vielleicht hat er ja Mitleid gekriegt, wie ich halbwegs im Maschendrahtzaun hing, um überhaupt auf das Dach von meinem Auto zu kommen.

Heute kann mir jedenfalls niemand weismachen, es gäbe keine spontanen, hilfsbereiten Menschen.

In diesem Sinne:

Von ganzem Herzen ein grosses DANKE an meinen Helfer.

0

Das grosse BLA – Die Motivation macht Kaffeepause

Es ist kalt. Viel zu kalt. Die riesige Fensterfront der Cafeteria erlaubt angenehm viel Helligkeit und die Aussicht auf das sanfte Weiss vom frischen Schnee. Isolation scheint allerdings nicht so ihr Ding zu sein.

Entscheidungen sind wohl allgegenwärtig in dieser Welt. Auch die Entscheidung, ob nun gelernt werden soll, oder doch lieber nur gefroren. Das grosse «BLA» in meinem Kopf, das jedes Mal, wenn ich versuche, einen weiteren Text zum Thema Blutgruppen zu lesen, die Konzentration stört, nervt langsam. «Die Isoagglutinine entstehen durch … BLA … «. Schliesslich gebe ich resigniert zu, gegen BLA verloren zu haben, und klappe den Laptop zu. Es ist immer noch viel zu kalt.

0

Es kreucht und fleucht – Wie der Start in den Frühling gelingt

Der vor ein paar Wochen noch leere Stadtpark ist heute voller Leben. Ein Kind nach dem anderen drängt auf die Rutsche, es quietscht und rennt und fällt und weint, während Mamis besorgt versuchen, den Überblick zu behalten. Am anderen Ende des Parks sieht der Frühling viel ruhiger aus. Ein paar Studenten versuchen zwischen den Sonnenstrahlen Formeln zu erkennen, andere machen sich diese Mühe gar nicht mehr und liegen nur noch da.

Wie jedem Zyklus, lassen sich auch den Jahreszeiten bestimmte Qualitäten zuordnen. Der Frühling scheint sich besonders für Neuanfänge zu eignen. Die Natur macht uns dies brav vor, indem sie aus ihrem Winterschlaf erwacht unsere Welt mit neuer Farbe streicht.

Auch wir können diese Zeit nutzen und die neuen Glückshormone zu Taten umwandeln.

 

Ein paar Ideen, wie ein optimaler Start in den Frühling gelingt:

 

  • Zu allererst: Es muss nicht alles anstrengend sein, was das Leben schöner macht. Mach es der Natur nach und sorge für einen neuen Duft, ein neues Kleid, oder auch einfach nur eine neue, hübsche Tasse für den Frühstückskaffee.

 

  • Wenn du dich dem neuen Leben in der Welt etwas verbundener fühlen willst, kauf dir Töpfe, Erde und Samen und kreiere deinen eigenen kleinen Garten. Es kann eine unglaubliche Freude sein, zu sehen, wie deine kleinen Sprösslinge ihre Köpfe aus der Erde strecken.

 

  • Jetzt ist eine schöne Zeit, um mit Sport im Freien zu beginnen. Zugegeben, dieser Punkt kostet einiges an Überwindung, wenn man ein Sportmuffel ist. Sobald aber der innere Schweinehund überwunden ist, wirst du dich dadurch erfüllt und ausgeglichen fühlen.

 

  • Du hast frei, die Sonne scheint und du weisst nicht, was du tun sollst? Geh einfach raus, setz dich an die Sonne und tue nichts. Die Pflanzen werden dich in ihren Kreisen als Sonnenanbeter bestimmt gerne willkommen heissen. Du kannst zwar keine Photosynthese, aber doch immerhin das Glücks-Vitamin D3 tanken.

 

  • Damit die Artenvielfalt unserer Flora und Fauna auch in ein paar Jahren noch verzaubert, müssen wir etwas für unsere summenden Freunde und Helfer, die Bienen, tun. Dafür kann man sich zum Beispiel eine eigene kleine Aufzucht mieten. Mehr Infos dazu findest du hier: http://www.rentabee.ch. Eine süsse und einfache Methode, um die verbliebene Schönheit unserer Welt zu erhalten.

 

 

In diesem Sinne: Ein summender Frühlingsgruss

0