Kategorie: Kurzgedanken

Das Schauspiel von Wirklichkeit und Traum

Irgendwoher hallt ein Tropfen, als Erinnerung an den vorübergezogenen Regen, und das leise Knirschen von Kieselsteinen unter Gummisohlen. Der Himmel leuchtet mystisch im gedämpften Orange des Sonnenuntergangs. Es sind Momente wie diese, welche den Alltag aushebeln, um die Welt von neuen Empfindungen zu zeichnen.

Alles ist wie es ist, die letzten Tage, die letzten Monate. Das Fenster öffnet sich und alles, was war, verschwindet hinter einem Vorhang der Unwirklichkeit; wie ein Traum, an den man sich am Morgen noch vage zu klammen versucht, nur um ihn in den Farben der scheinbaren Wirklichkeit zu verlieren.

Wer sind wir wirklich, während wir unserem Streben nachsinnen? Was ist unser Zweck, während die Welt ihren Weg geht, ganz gleich, was wir zu beeinflussen versuchen?

So sehr wir uns auch dagegenstellen mögen, so geht doch jeden Morgen die Sonne auf und jeden Abend der Mond. Die Welt dreht sich weiter, während wir in Sorgen versinken, uns in Gelüsten verlieren, in einem vorübergehenden Glücksgefühl schwelgen. Wie sieht die Wahrhaftigkeit aus, hinter all diesen Illusionen?

Die Ehre, den Sinn des Lebens jemals zu verstehen, wird uns wohl kaum je vollumfänglich zuteil. Doch in kurzen Momenten lässt vielleicht ein Wellen vom Vorhang ein Gefühl erhaschen. Ein kurzer Anflug von Verstehen, dessen Nachhauch wir auf der Wange fühlen.

Meine 10 aktuellsten „Bin ich eigentlich die Einzige“-Fragen

Kennst du das? Alle reden von einem Thema, alle empfinden etwas als vollkommen normal, alle denken anders als du. Zumindest scheinen es alle zu sein. Und du fragst dich dauernd: Bin ich eigentlich der/die Einzige, der/die anders denkt?

In letzter Zeit geht es mir immer häufiger so. Deshalb habe ich kurzerhand eine Liste mit den 10 für mich aktuellsten Themen erstellt:

 

Bin ich eigentlich die Einzige …

 

… die keine Weltreise-Sehnsucht hat, trotz perfektem Alter dafür

Alle wollen weg, die Welt kennen lernen. Andere Kulturen, andere Sitten, andere Natur. Dabei kommunikativ sein und Couchsurfing nutzen um den Ort aus den Augen Einheimischer zu erleben. Das alles ist ja super und ich verstehe die Abenteuerlust auch wirklich gut. Trotzdem habe ich selbst nicht dieses innere Reissen, alles stehen und liegen zu lassen, um für ein Jahr ein Leben als Backpackerin zu führen. Viel mehr sehne ich mich nach einem gemütlichen Nest, in dem ich mich zuhause fühlen kann. Ein Platz zum Leben an einem Ort, der nicht ein paar Wochen oder Monate später wieder mit Tränen in den Augen verabschiedet werden muss.

 

… die an Weltverbesserer-Anlässen statt Lösungsansätzen nur ein schlechtes Gewissen bekommt?

Vegan leben, Fairtrade, Bio, aus der Region einkaufen, am besten nie mehr Elektrizität benutzen. Der Trend zum bewussteren Leben war wohl kaum einmal so stark wie jetzt. Immer mehr Bewegungen rufen zu einem umweltverträglichen und gleichzeitig menschenfreundlichen Leben auf. Finde ich gut, wirklich! Ich versuche auch in möglichst vielen Bereichen auf mein Verhalten zu achten und mich zu bessern, der Umwelt zuliebe, Menschen zuliebe. Leider fehlen mir nur allzu oft die nötigen Finanzen, um mich auch ganz darauf zu stützen. Und ganz ehrlich, auch die Energie. Was bleibt, ist das schlechte Gewissen.

 

… die langsam die Nase voll hat von der Flüchtlingsdebatte?

Nicht, dass es nicht sinnvoll wäre, darüber zu diskutieren. Es muss eine Lösung gefunden werden, keine Frage. Nur geht es in der Debatte meist nicht um Lösungen, sondern nur noch um „die Bösen anderen“. Diejenigen, die für die Flüchtlinge Partei ergreifen, sind gegen die, welche sich dagegen stellen, und umgekehrt. Es geht nur noch darum, die anderen an den Pranger zu stellen. Hauptsache, man kann motzen. 

 

… die nur noch Bahnhof versteht, sobald es um die Börsenwelt geht?

Die Zeitungen erzählen locker vor sich hin von Börsencrash, Finanzkrise und Wirtschaftswachstum. Klar, ich verstehe dann so viel wie „uns gehts gut“ oder „uns gehts schlecht“. Aber mal ehrlich, das ganze Geplänkel rund herum, mit dessen Wissen Leute sich eine goldene Nase verdienen um danach in das grosse Schuldenloch zu stürzen, verstehe ich nicht. Das ist für mich eine andere Welt. Sollen sich andere den grossen Fisch an Land ziehen, mir ist er zu schwer.

 

… die langsam genug hat von all den „möchtegern-Hipster“-Artikeln?

Mittlerweile entdecke ich fast in jeder Zeitschrift Texte, die sich selber witzig finden. Finde ich übrigens gar nicht witzig. Das kommt oft unheimlich gestellt rüber. Ein Drittel der Wörter stammt aus einer Slang-Sprache, ein anderer Drittel fühlt sich irgendwie englisch und darum cooler (genau wie dieses Wort cool, nur noch neumodischer, denn das ist schon wieder veraltet), und der letzte Drittel ist noch normal, einfach nur deshalb, weil man nicht darum herum kommt. Irgendwie vermisse ich die guten alten, literarisch wertvollen Texte.

 

… die sich öfter einmal in Gedanken selbst ermahnt und dabei schizophren fühlt?

Manchmal komme ich mir wirklich doof vor. Das ist oft dann, wenn ich in Gedanken mit mir selber rede. Meistens sagt mir dann mein Verstand klipp und klar, ich solle etwas nicht tun. Dabei fühle ich mich auch noch wie ein kleines, unerzogenes Gör, das von seiner Mami ermahnt werden muss. Als hätte sie sich in meinem Kopf niedergelassen, als ich zuhause ausgezogen bin. 

 

… deren Nerven manchmal zu explodieren drohen, wenn im Zug derjenige auf dem Sitz nebenan skrupellos sein Bein an das eigene schmiegt?

Ich weiss, viele Menschen mögen Körperkontakt. Auch ich fühle mich öfter einmal einsam und sehne mich nach Nähe. ABER, bitte nicht so! Ernsthaft, wenn das Nebenan mich in einem Moment erwischt, in dem ich auch noch Hunger habe und ich, wie doof, kein Snickers bei mir habe, ist es arm dran. In meinem Kopf spielt sich in so einer Situation während der ganzen Fahrt das Szenario ab, wie ich ihm Ohrfeigen verpasse, oder Schlimmeres. In der Realität wird das Opfer in der Zwischenzeit von meinen Blicken getötet oder tunlichst ignoriert.

 

.. die sich manchmal die alte Rollenverteilung in der Familie zurück wünscht?

Früher war alles besser – der Standardspruch älterer Leute. Entweder bin ich in den letzten Jahren sehr schnell gealtert, oder etwas stimmt nicht mit mir. Während der Feminismus und „Frauen in Manager-Jobs“ voll im Gange sind, wünsche ich mir oft die Einfachheit von früher zurück. Natürlich möchte ich die Möglichkeit, Karriere zu machen, als Frau nicht missen. Auch die Bildung und die Integration in jegliche Ebene des Berufslebens, finde ich im Grunde nicht schlecht. Dafür bekommt man heutzutage bereits schräge Seitenblicke, wenn man als junge Frau behauptet, sich eine normale Familie, Zeit für Kinder und ein Leben als Hausfrau zu wünschen.

 

… die sich von den vielen Möglichkeiten viel mehr unter Druck gesetzt statt frei fühlt?

Der Spruch „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“ verfolgt uns. Wir tragen die ganze Verantwortung für jeden Lebensbereich. Ist etwas nicht so, wie es sein sollte, so ist scheinbar unser Wille zu schwach, unser Leben zum Positiven zu verändern. Jedenfalls in der Theorie. In der Praxis sieht das anders aus. Oft fehlen trotzdem die nötigen Mittel oder schlicht und einfach die Energie, sich etwas anzunehmen. Und was, wenn man sich von den Möglichkeiten so überrollt fühlt, dass man nicht weiss, was man will?

 

… die sich für Selfies eher schämt als damit zu prahlen?

Sie werden immer prominenter und haben sogar schon ein eigenes Gadget. Fast jeder Facebook-Account einer realen Person wird mit Selfies geschmückt. Diese neue Selbst-Darstellungsform finden scheinbar alle toll. Ich weiss nicht, ob meine Scham so etwas regelmässig online zu stellen daran liegt, dass ich mich nicht gerade als fotogen bezeichnen würde. Vielleicht liegt es auch nur an der gefühlten Arroganz, wenn ich in der Öffentlichkeit das Handy vor meine Nase halte um ihm Grimassen, Duckfaces oder das süsseste Lächeln ever zuzuwerfen.

 

Wie geht es dir damit? Hast du auch manchmal das Gefühl, der/die Einzige zu sein, der/die irgendwie anders denkt als der Rest?

Träumen von der Realität

Manche Tage scheinen Puzzles zu sein, zusammengewürfelt aus der Wirklichkeit und dem Traum der letzten Nacht. Du stehst auf, gehst zum Kühlschrank und willst das Frühstücks-Joghurt heraus nehmen. Eines dieser leckeren mit Beeren und Crispies. Du freust sich schon beinahe seit dem Aufwachen darauf. Doch dann kommt die grosse Enttäuschung: Da ist gar kein Joghurt! Du hast nur davon geträumt und hast das Bild davon so real in Erinnerung behalten, dass Du geglaubt hast, es sei Realität.

Ich mag diese Tage absolut nicht. Meistens generieren sie Chaos in meinem Erinnerungsvermögen, was natürlich wiederum zu einer allgemeinen Verwirrtheit führt. Das ging schon soweit, dass ich Rechnungen nicht bezahlt habe, ganz einfach aus der Überzeugung heraus, es bereits getan zu haben. Scheinbar nur im Traum. Leider war die Mahnung im Briefkasten keiner.

Wie erlebst Du diese Momente? Findest Du sie auch so verwirrend?

 

Willkommen werte Blogger-Welt

Endlich bin ich angekommen, in dieser weiten neuen Welt. Vor einiger Zeit hat sich der Gedanke an einen Blog wie ein Keim in meinen Kopf gesetzt. Von Tag zu Tag ist er gewachsen und jetzt hat er seine volle Blüte erreicht. Ich habe mich also neugierig und tollpatschig wie ein neu geborenes Junges durch die Blogger-Welt getastet.

Zugegeben, ich hatte mich vorher kaum mit dem Thema beschäftigt. Doch seit die Idee konkret geworden ist, ist in meinem Kopf das Chaos los. Aus dem Gedanken Online-Tagebuch entstand eine Art Mindmap-Fraktale, dessen Ende, oder eben Unendlichkeit, kaum abschätzbar ist. Natürlich wollte ich auch wissen, worüber eigentlich andere schreiben. Ich war, und bin noch, ehrlich verwundert, welcher Vielfältigkeit ich hier begegne.

Ehrlich, kennst Du das? Man startet etwas und ist voller Elan, aus der Freude heraus, etwas Tolles für sich entdeckt zu haben. Als Nächstes sieht man andere, die das Gleiche tun, und denkt sich: Die machen das alle so TOLL! Aber es ist ja noch kein Meister vom Himmel gefallen.

In diesem Sinne: Hallo liebe Blogger-Welt!

Gedanken malen

Farben einer grauen Welt

Wer kennt das nicht – der Regen prasselt laut gegen das Fenster, es ist kalt und zu allem Übel muss man auch noch jede Menge Arbeit erledigen.  Die Welt könnte kaum grauer und leerer scheinen. Doch es gibt einen Weg, diesem Schreckens-Schlund von Unwetter zu zeigen, dass man mehr drauf hat!

Egal wie düster es draussen sein mag, Du alleine hast die Macht über Deine ganz eigene Welt. Also, nimm Deinen gedanklichen Pinsel hervor und male die Welt an. Jeder Regentropfen bekommt eine andere Farbe, der Himmel wird von zartrosa Wolken bewohnt und die Arbeiten sind allesamt leckere Bonbons, die darauf warten, ausgepackt zu werden.