Meine 10 aktuellsten „Bin ich eigentlich die Einzige“-Fragen

Kennst du das? Alle reden von einem Thema, alle empfinden etwas als vollkommen normal, alle denken anders als du. Zumindest scheinen es alle zu sein. Und du fragst dich dauernd: Bin ich eigentlich der/die Einzige, der/die anders denkt?

In letzter Zeit geht es mir immer häufiger so. Deshalb habe ich kurzerhand eine Liste mit den 10 für mich aktuellsten Themen erstellt:

 

Bin ich eigentlich die Einzige …

 

… die keine Weltreise-Sehnsucht hat, trotz perfektem Alter dafür

Alle wollen weg, die Welt kennen lernen. Andere Kulturen, andere Sitten, andere Natur. Dabei kommunikativ sein und Couchsurfing nutzen um den Ort aus den Augen Einheimischer zu erleben. Das alles ist ja super und ich verstehe die Abenteuerlust auch wirklich gut. Trotzdem habe ich selbst nicht dieses innere Reissen, alles stehen und liegen zu lassen, um für ein Jahr ein Leben als Backpackerin zu führen. Viel mehr sehne ich mich nach einem gemütlichen Nest, in dem ich mich zuhause fühlen kann. Ein Platz zum Leben an einem Ort, der nicht ein paar Wochen oder Monate später wieder mit Tränen in den Augen verabschiedet werden muss.

 

… die an Weltverbesserer-Anlässen statt Lösungsansätzen nur ein schlechtes Gewissen bekommt?

Vegan leben, Fairtrade, Bio, aus der Region einkaufen, am besten nie mehr Elektrizität benutzen. Der Trend zum bewussteren Leben war wohl kaum einmal so stark wie jetzt. Immer mehr Bewegungen rufen zu einem umweltverträglichen und gleichzeitig menschenfreundlichen Leben auf. Finde ich gut, wirklich! Ich versuche auch in möglichst vielen Bereichen auf mein Verhalten zu achten und mich zu bessern, der Umwelt zuliebe, Menschen zuliebe. Leider fehlen mir nur allzu oft die nötigen Finanzen, um mich auch ganz darauf zu stützen. Und ganz ehrlich, auch die Energie. Was bleibt, ist das schlechte Gewissen.

 

… die langsam die Nase voll hat von der Flüchtlingsdebatte?

Nicht, dass es nicht sinnvoll wäre, darüber zu diskutieren. Es muss eine Lösung gefunden werden, keine Frage. Nur geht es in der Debatte meist nicht um Lösungen, sondern nur noch um „die Bösen anderen“. Diejenigen, die für die Flüchtlinge Partei ergreifen, sind gegen die, welche sich dagegen stellen, und umgekehrt. Es geht nur noch darum, die anderen an den Pranger zu stellen. Hauptsache, man kann motzen. 

 

… die nur noch Bahnhof versteht, sobald es um die Börsenwelt geht?

Die Zeitungen erzählen locker vor sich hin von Börsencrash, Finanzkrise und Wirtschaftswachstum. Klar, ich verstehe dann so viel wie „uns gehts gut“ oder „uns gehts schlecht“. Aber mal ehrlich, das ganze Geplänkel rund herum, mit dessen Wissen Leute sich eine goldene Nase verdienen um danach in das grosse Schuldenloch zu stürzen, verstehe ich nicht. Das ist für mich eine andere Welt. Sollen sich andere den grossen Fisch an Land ziehen, mir ist er zu schwer.

 

… die langsam genug hat von all den „möchtegern-Hipster“-Artikeln?

Mittlerweile entdecke ich fast in jeder Zeitschrift Texte, die sich selber witzig finden. Finde ich übrigens gar nicht witzig. Das kommt oft unheimlich gestellt rüber. Ein Drittel der Wörter stammt aus einer Slang-Sprache, ein anderer Drittel fühlt sich irgendwie englisch und darum cooler (genau wie dieses Wort cool, nur noch neumodischer, denn das ist schon wieder veraltet), und der letzte Drittel ist noch normal, einfach nur deshalb, weil man nicht darum herum kommt. Irgendwie vermisse ich die guten alten, literarisch wertvollen Texte.

 

… die sich öfter einmal in Gedanken selbst ermahnt und dabei schizophren fühlt?

Manchmal komme ich mir wirklich doof vor. Das ist oft dann, wenn ich in Gedanken mit mir selber rede. Meistens sagt mir dann mein Verstand klipp und klar, ich solle etwas nicht tun. Dabei fühle ich mich auch noch wie ein kleines, unerzogenes Gör, das von seiner Mami ermahnt werden muss. Als hätte sie sich in meinem Kopf niedergelassen, als ich zuhause ausgezogen bin. 

 

… deren Nerven manchmal zu explodieren drohen, wenn im Zug derjenige auf dem Sitz nebenan skrupellos sein Bein an das eigene schmiegt?

Ich weiss, viele Menschen mögen Körperkontakt. Auch ich fühle mich öfter einmal einsam und sehne mich nach Nähe. ABER, bitte nicht so! Ernsthaft, wenn das Nebenan mich in einem Moment erwischt, in dem ich auch noch Hunger habe und ich, wie doof, kein Snickers bei mir habe, ist es arm dran. In meinem Kopf spielt sich in so einer Situation während der ganzen Fahrt das Szenario ab, wie ich ihm Ohrfeigen verpasse, oder Schlimmeres. In der Realität wird das Opfer in der Zwischenzeit von meinen Blicken getötet oder tunlichst ignoriert.

 

.. die sich manchmal die alte Rollenverteilung in der Familie zurück wünscht?

Früher war alles besser – der Standardspruch älterer Leute. Entweder bin ich in den letzten Jahren sehr schnell gealtert, oder etwas stimmt nicht mit mir. Während der Feminismus und „Frauen in Manager-Jobs“ voll im Gange sind, wünsche ich mir oft die Einfachheit von früher zurück. Natürlich möchte ich die Möglichkeit, Karriere zu machen, als Frau nicht missen. Auch die Bildung und die Integration in jegliche Ebene des Berufslebens, finde ich im Grunde nicht schlecht. Dafür bekommt man heutzutage bereits schräge Seitenblicke, wenn man als junge Frau behauptet, sich eine normale Familie, Zeit für Kinder und ein Leben als Hausfrau zu wünschen.

 

… die sich von den vielen Möglichkeiten viel mehr unter Druck gesetzt statt frei fühlt?

Der Spruch „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“ verfolgt uns. Wir tragen die ganze Verantwortung für jeden Lebensbereich. Ist etwas nicht so, wie es sein sollte, so ist scheinbar unser Wille zu schwach, unser Leben zum Positiven zu verändern. Jedenfalls in der Theorie. In der Praxis sieht das anders aus. Oft fehlen trotzdem die nötigen Mittel oder schlicht und einfach die Energie, sich etwas anzunehmen. Und was, wenn man sich von den Möglichkeiten so überrollt fühlt, dass man nicht weiss, was man will?

 

… die sich für Selfies eher schämt als damit zu prahlen?

Sie werden immer prominenter und haben sogar schon ein eigenes Gadget. Fast jeder Facebook-Account einer realen Person wird mit Selfies geschmückt. Diese neue Selbst-Darstellungsform finden scheinbar alle toll. Ich weiss nicht, ob meine Scham so etwas regelmässig online zu stellen daran liegt, dass ich mich nicht gerade als fotogen bezeichnen würde. Vielleicht liegt es auch nur an der gefühlten Arroganz, wenn ich in der Öffentlichkeit das Handy vor meine Nase halte um ihm Grimassen, Duckfaces oder das süsseste Lächeln ever zuzuwerfen.

 

Wie geht es dir damit? Hast du auch manchmal das Gefühl, der/die Einzige zu sein, der/die irgendwie anders denkt als der Rest?

Rezension: „Liebten Wir“

Titel: Liebten Wir
Autorin: Nina Blazon
Genre: Roman

 

„Liebten Wir“ von Nina Blazon

„Fotos verraten alles. Sie zeigen das, was gezeigt werden soll – aber darüber  hinaus zeigen sie die Lücken in den Familien, die schadhaften Stellen am Haus.“

„Verstohlene Blicke, versteckte Gesten, die Abgründe hinter lächelnden Gesichtern: Fotografin Mo sieht durch ihre Linse alles. Wenn sie der Welt ohne den Filter ihrer Kamera begegnen soll, wird es kompliziert. Mit ihrer Schwester hat sie sich zerstritten, von ihrem Vater entfremdet. Umso mehr freut sich Mo auf das Familienfest ihres Freundes Leon. Doch das endet in einer Katastrophe. Mo reicht es. Gemeinsam mit Aino, Leons eigensinniger Grossmutter, flieht sie nach Finnland. Eine Reise auf Umwegen für die beiden grundverschiedenen Frauen. Als Mo in Helsinki Ainos geheime Lebensgeschichte entdeckt, ist sie selbst ein anderer Mensch.“

(Buchklappentext)

 

Mein Leseerlebnis

Neue Sichtweisen prägen das Buch vom Anfang bis zum Schluss. Die Welt wird beleuchtet durch die Augen der Vergangenheit, die mit der Gegenwart verschmilzt. Sie machen bewusst, wie viele Details über die Jahre verloren scheinen und trotzdem in allem mitschwingen, was ist.

Moira und Aino versuchen, ihrer beider Leben Stück für Stück wie ein Puzzlespiel zusammen zu setzen. Vor allem für Moira ist der Zwangsausflug eine harte Prüfung. Einerseits hat sie es mit einer verrückten Alten zu tun, andererseits mit ihrem eigenen verkorksten Leben, das sich wie eine riesige Welle vor ihr aufbäumt, jederzeit bereit, sie unter sich zu begraben. Doch wo Probleme aufeinander treffen, können auch Wunder geschehen.

Es ist keine Geschichte, die beflügelt. Eher eine, die tief geht, Verborgenes berührt und erschüttert. Aber auch eine, die mitreisst und motiviert, sich mit seinen eigenen Grauzonen auseinander zu setzen. Freundschaft und Liebe werden aus ernüchternd realen Blickwinkeln beleuchtet, Hintergründe für Handlungen und Gedanken berührend echt beschrieben. Es ist ein Buch voll dunkler Geheimnisse, deren vergilbte Seiten man während dem Lesen zu riechen glaubt.

Die Spannung lässt einen bis zum Ende kaum Atem holen. Unerwartete Wendungen, neue Freundschaften, alte Leichen. All das, betrachtet durch den Sucher einer Kamera, an die sich verzweifelt die Finger eines Menschen krallen, der die Welt hinter dem Objektiv nicht sehen will.

Der Schreibstil des Buches ist fliessend und mitreissend. Es war wieder einmal eines dieser Bücher, das ich ab der ersten Seite kaum mehr aus den Händen legen konnte und verschlang, als wäre mein eigenes Schicksal davon abhängig.

 

Buchklappentext über die Autorin

„Nina Blazon, geboren 1969 in Slowenien, studierte Slawistik und Germanistik in Würzburg und lebt inzwischen in Stuttgart, wo sie als freie Journalistin, Autorin und Texterin arbeitet. Nina Blazon ist Autorin zahlreicher Jugendromane. Sie wurde mit dem Deutschen Phantastikpreis und dem Wolfgang-Hohlbein-Preis ausgezeichnet.“

 

Weitere Buchangaben

Erscheinungsdatum: 2015
Verlag: Ullstein Buchverlage GmbH
ISBN: 978-3-548-28577-1

Rezension: „Das tiefe Blau des Meeres“

Titel: Das tiefe Blau des Meeres
Autorin: Marie Lamballe
Genre: Roman

 

Vor den Ferien wurde meine Sehnsucht nach dem Meer gross genug, um mich in der Buchhandlung zu einem Spontankauf verführen zu lassen. Jetzt möchte ich dir einen Einblick in die neu entdeckte Buchstabenwelt geben.

 

„Das tiefe Blau des Meeres“ von Marie Lamballe

„Als Katharina auf dem Dachboden ihres Elternhauses eine Mappe mit Aquarellen findet, ist sie sogleich fasziniert. Die Bilder zeigen malerische Landschaften, tiefblaues Meer und immer wieder einen nostalgisch anmutenden Landsitz inmitten eines verwunschenen Gartens. Doch wo befindet sich dieser magische Ort? Und wie gelangten die Bilder in den Besitz ihrer Familie? Ihre Suche führt Katharina in die Bretagne, zu einem stark verwitterten Landschlösschen an der Côte d’Eméraude. Das Anwesen gehört Ewan, einem attraktiven Bretonen, der Katharinas Neugier zunächst mit Skepsis begegnet. Doch die Bilder lassen auch ihn nicht los, und so tauchen die beiden gemeinsam ein in die Geschichte des Landschlösschens und seiner Vorbesitzer. Dabei kommen sie einem dunklen Geheimnis auf die Spur…“
(Buchklappentext)

Die Einführung klingt schon vielversprechend und exotisch. Meer, Nostalgie, magische Orte und ein Geheimnis – was will man mehr?

 

Mein Leseerlebnis:

Vergangenheit und Echtzeit, Sehnsucht und Erfüllung, grauschwarze Szenen und farbenfrohe Schilderungen, die Geschichte überrascht immer wieder aufs Neue. Sie handelt von zwei Frauen in verschiedenen Generationen. Immer wieder gibt es einen Zeitbruch, in dem die Fäden Stück für Stück zusammen geführt werden. Dabei entsteht ein unerwartetes Netz von Personen und persönlichen Wendungen. Während Margot in der Zeit des zweiten Weltkriegs um ihr Überleben kämpft, versucht sich Katharina in der heutigen Zeit an ihrem bröckelnden geordneten Leben festzuhalten.

Die Bilder, die das Buch vermittelt, sind geprägt von Nostalgie, Liebe und Neugierde. Gut ausgearbeitete und eigenständige Charaktere sorgen für gefühlte Lebendigkeit.

Während des Lesens wurde ich immer aufs Neue überrascht. Anfangs war ich, zugegeben, nicht überzeugt von dem Buch, das hat sich allerdings recht bald geändert. Vielleicht fehlte mir anfangs die Möglichkeit, mich mit der Hauptperson zu identifizieren. Aber einmal über diesen Schatten gesprungen, hatte mich die Geschichte in ihren Fängen. Und der positive Nebeneffekt: Das Buch hat mich zum Malen gebracht. So schön und voll Harmonie wurden die Szenen beschrieben, die von den Aquarellen handelten. Ich konnte nicht anders; kaum war das Buch zu Ende, holte ich Farben und Pinsel hervor.

 

Fazit:

Eine Geschichte für die Seele, die von Liebe und innerem Wachstum der Hauptpersonen getragen wird.

Trotz eigener Startschwierigkeiten kann ich das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen. In meinen Augen ist die Zielgruppe eindeutig weiblich. Das soll aber offene männliche Wesen keinesfalls davor zurückschrecken lassen.

 

Buchklappentext über die Autorin:

„Marie Lamballe wurde in Hannover geboren. Ihre Liebe zu Frankreich entdeckte sie bereits früh; sie studierte Französisch und begann schon kurz nach dem Studium mit dem Schreiben. Inzwischen lebt die Mutter zweier erwachsener Kinder in der Nähe von Frankfurt. Ihre Ideen kann sie am besten in ihrem Lieblingscafé entwickeln.“

 

Weitere Buchangaben:

Erscheinungsdatum: 2015
Verlag: Bastei Lübbe AG, Köln
ISBN: 978-3-404-17188-0

 

 

Silikon vs. Silikonfrei bei Shampoos

Meine Haare nerven. Dauernd dieser Kampf gegen Stroh auf dem Kopf, gegen Spliss, Trockenheit, fettige Strähnen oder undefinierte Locken.

Vor etwa einem Jahr habe ich angefangen, verzweifelt nach guten Tipps für schönere Haare zu suchen. Der wohl am meisten gelesene Vorschlag waren silikonfreie Shampoos. Nun, das ist ein Versuch wert, dachte ich mir.

Wieso soll silikonfrei besser sein?

Die gefundene Erklärung dazu:
Silikone hüllen die Haare in eine Schicht, die sie beschwert und keine weitere Pflege bis ins Innere der Haare zulässt. Die Haare werden also nicht mehr mit genügend Feuchtigkeit und Pflege versorgt und sterben dadurch innerlich ab.

Das klingt eigentlich ganz gut. Als wären Haare eigenständige Lebewesen. Sie gehören ja auch zu mir und meinem Leben.

Die Suche nach dem richtigen silikonfreien Shampoo

Nach einer langen Zeit der Haarpflege mit silikonhaltigen Shampoos versuchte ich also die Umstellung. Über ein viertel Jahr benutzte ich das Shampoo von Schwarzkopf – Gliss Kur mit 0% Silikonen (rechts im Bild). Mein vorheriger Begleiter war von der gleichen Marke das Shampoo links im Bild.

Diese erste silikonfreie Pflege liess mich sehr unzufrieden zurück. Meine Haare schienen jeden Halt verloren zu haben. Sie waren strähnig, viel zu leicht und krausten sich bei jedem bisschen Feuchtigkeit.

Als nächstes versuchte ich es mit dem silikonfreien Syoss. Dieses gefiel mir ganz gut, zumindest konnten meine Haare ihre Form bewahren. Trotzdem wurde die Trockenheit nicht besser. Sie verschlimmerte sich fast noch. Der Stroh-Look, den ich loswerden wollte, verfolgte mich noch immer.

Der nächste Schritt führte mich zu den Naturprodukten. Für diese spricht neben der besseren Verträglichkeit durch natürliche Inhaltsstoffe auch der ökologische Faktor. Meine Lieblingsmarke in dem Bereich war schon immer Lavera, deshalb gab es auch erst einmal das Lavera Repair Pflege Shampoo. Ich liebte den Geruch und meine Haare fühlten sich weich und einigermassen gepflegt an. Ich blieb also eine Weile dabei. Meine Haare wurden nicht mehr schlimmer, aber leider auch nicht besser. Und das trotz bereits einem ca. 3/4 Jahr silikonfreier Haarpflege. Immerhin, dieses Shampoo überzeugte mich am meisten. Allerdings liegt es eher im oberen Preisbereich.

In einer erneuten Krise wechselte ich schlussendlich zum Logona Ginkgo Shampoo. Aber auch dieses konnte mich nicht überzeugen. Meine Haare wurden buschig, strohtrocken und beinahe unkämmbar.

Während der gesamten Zeit habe ich auch immer Wert auf zusätzliche Pflege mit silikonfreien Produkten (Conditioner, Öle usw.) gelegt, um den Haaren zusätzlich zu helfen. Ohne diese Hilfen hätte ich nach kurzer Zeit meine Haare beim Kämmen zur Hälfte ausgerissen. Jedenfalls gefühlt.

Die Beschaffenheit meiner Haare

Natürlich sind nicht alle Haare gleich. Meine Erlebnisse sind also nur bedingt auf andere übertragbar. Hier deshalb ein kurzer Steckbrief zu meinen Haaren:

Dicke:            dünn, aber viele

Aussehen:    leicht lockig, buschig, braun

Länge:            bis knapp über die Schultern

Probleme:      trocken, splissig, matt

Meine Überlegungen zu den Ergebnissen

Natürlich fragte ich mich auch, wieso silikonfrei wirklich besser sein soll. Gerade, nachdem ich diese schlechten Erfahrungen machen musste.

Haare sind zwar Zellen, aber eigentlich sind sie ja tote  Zellen. Wie sollen eigentlich tote Zellen Pflege aufnehmen können? Ist es dann nicht auch nur ein Einlagern dieser Produkte, die dann, genau so wie man sie in die Haare gibt, auch da verbleiben? Wo ist der Unterschied zu den Silikonen, ausser dass die Haare keine Pflege erhalten, die auch hält?

Was meine Haare alles durchmachen müssen:

Heisses Wasser, heisse Föhnluft, Glätten, Frisuren mit Spangen, Zug beim Kämmen, Wetterschwankungen usw.

Spätestens bei dieser Überlegung komme ich zum Schluss: meine Haare brauchen einen Schutz. Und genau diesen Schutz stellen Silikone dar, indem sie sich um meine Haare legen. Sie verhindern das Brechen, sie vermindern den Zug beim Kämmen durch Kämmbarkeit, sie sind vor der Hitze ein bisschen besser abgeschirmt usw.

Fazit:

Ich habe genug von silikonfrei! Der ganze Hype um diese Produkte, die scheinbar die Feuchtigkeit der Haare unterstützen soll, da sie „offener“ bleiben, hat bei mir zumindest fehlgeschlagen. Statt den versprochenen Vorteilen, wurde ich vom Gegenteil überrascht.

Nach einem Jahr silikonfreien Shampoos habe ich mich wieder an silikonhaltige gewagt. Und siehe da: Eine Woche später strahlen meine Haare bereits wieder in erstem Glanz. Mein Haarproblem scheint sich wenigstens wieder auf seine früheren Ausmasse zurück zu bilden.

Über weitere Ideen, wie ich meine Pracht auf dem Kopf in den Griff bekommen könnte, bin ich übrigens immer dankbar! :)

PS: Ich will hier nicht behaupten, silikonfreie Shampoos seien generell schlecht. Jede/Jeder hat andere Haare und muss für sich selbst herausfinden, welche Pflege am besten passt.

Depressive Phasen und das Lied des Windes

Ich stehe da und lausche. Mehr kann ich gerade nicht mehr. Irgendwer muss mir helfen. Irgendwer, der nicht mit seinen wahnsinnig tollen Weisheiten kommt und mir nichts anderes zu sagen hat als: „Du musst das positiv sehen!“ oder „Du hast nur gerade eine depressive Phase“. Natürlich liegen diese Leute dann nicht unbedingt falsch. Aber mal ehrlich: Wer will das schon hören, wenn es einem wirklich schlecht geht?

Manchmal, wenn dieses Gefühl von Hilflosigkeit bis in mein Herz vorgedrungen ist, stelle ich mich irgendwo in die Natur. Sie ist oft die einzige, die nicht wie wahnsinnig auf mich einredet. Doch sie spricht. Nicht mit Worten, nicht mit Texten, auch nicht durch Körpersprache. Sie erzählt ihre Geschichte vom Jetzt, durch ihr Dasein. Wenn du genau hin hörst, kannst du sie hören, wie sie dir ins Ohr flüstert. Sie spricht nicht von grossen Taten, von Mut und Durchhaltevermögen, wie uns dies die Medien und Mitmenschen so oft predigen.

Sie spricht von der Einfachheit. Von einer Weisheit, die nicht auf einem „richtig oder falsch“ beruht. Was sie ausmacht, ist nichts als Existenz und diese ist zum Glück oft gar nicht so kompliziert. Das einzig schwierige ist, ihre Sprache zu verstehen, denn wir Menschen kennen diese Art von Kommunikation nicht mehr.

Heute stehe ich draussen, auf der kahlen Strasse neben der Kirche. Der Himmel ist bewölkt. Den Farben der Welt ist die Sättigung ausgegangen. Neben mir befindet sich ein kleiner Spielplatz. Die Schaukeln zirkeln etwas wild aber einsam im Wind hin und her. Es ist erdrückend still, vom Brausen des leichten Sturmes abgesehen.

Ich stehe da und lausche. Und ich fühle, wie eine sanfte, einfache Erkenntnis die Hilflosigkeit in meinem Herzen verändert. Ganz unbemerkt ist sie in mein Inneres geschlichen, übertönt von den Eindrücken der Aussenwelt. Die Erkenntnis enthält nur dieses: „Loslassen“. Loslassen, wie die Schaukeln, die sich dem Wind hingeben, anstatt sich dagegen anzustemmen. Wie das Blatt, das vor meinen Augen durch saust. Wie der Baum, der seinen alten, morschen Ast dem Wind schenkt und fallen lässt, anstatt ihn mit viel Mühe festzuhalten.

Natürlich lasse ich nicht alles los. Aber ich lasse meine Gedanken los. Und ohne meine Gedanken, verändert sich die Welt.

Ich stehe immer noch draussen, auf der kahlen Strasse neben der Kirche. Alles ist gleich, doch alles ist anders. Am Himmel spielen die Wolken fangen. Die Schaukeln tanzen fröhlich im Wind und lassen sich gehen. Es ist still, denn die Welt lauscht, während der leichte Sturm ihr ein Lied singt.

Überraschung zum Frühstück: Liebster Award

Was für eine tolle Überraschung: Ich wurde zum „Liebster Award“ nominiert!

Nina von Monthly Creativity, mit ihrem wunderschönen Projekte-Blog, hat den Award an mich und ein paar andere weitergegeben. Am Donnerstag morgen fand ich die Nachricht in meinem Postfach. Vielen lieben Dank Nina!

Ihr Blog ist übrigens absolut lesenswert und das Schönste daran: er ist richtig einzigartig! Sie hat immer super Projekt-Ideen, die sie auch genauso gut umsetzt. Schaut doch mal rein!

Wieder zurück zum Award: Die Nachricht hat mich erst einmal natürlich fast aus den Pantoffeln gekippt. Mein Blog ist ja wirklich noch ganz frisch! Die Freude ist dafür umso grösser und die Fragen finde ich auch sehr kreativ.

So, und hier kommen endlich die Antworten:

 

 1. Welche Erfahrungen nimmst du vom Bloggen für dein offline Leben mit?

Das ist noch gar nicht so einfach zu beantworten. Im Moment erfüllt es mich, auch einmal im Hobbybereich an etwas genug Freude zu haben, um es mit etwas Ehrgeiz anzugehen. Hoffen wir mal, das bleibt auch so. ;)
Ansonsten hilft es mir sicher auch, nicht aus der Übung zu kommen, was Texten angeht. Und ich habe in den letzten Wochen schon viel über online Marketing (auch wenn das nicht mein Ziel ist) und Webdesign gelernt. Das ist doch auch schon etwas.
Was ich ganz toll finde, sind auch Tipps von anderen Bloggern, zu allen möglichen Lebenslagen. Das eine oder andere ist da wirklich hilfreich. In meinem Fall z.B. Schminktipps. Denn ganz ehrlich, da habe ich den Dreh einfach nie raus gekriegt. Hauptsache die Pickelchen sind verdeckt.

2. Deine wichtigsten Inspirationsquellen?

Eigentlich das Leben als solches. Man weiss nie, wie der nächste Tag wird und was für Gedanken von heute man morgen schon wieder verworfen hat.

Oft sind Gespräche mit meinen Mitmenschen inspirierend, Texte, die ich gerade lese oder meine Tollpatschigkeit, die mich immer wieder einmal in dumme Situationen bringt. (Siehe z.B. diesen Beitrag)
Was auch immer gut ist: Mich irgendwo ins Grüne setzen, die Sonne ins Gesicht scheinen lassen und den Gedanken freien Lauf lassen.

3. Gibt es ein bestimmtes Thema, das dir persönlich am meisten am Herzen liegt (sozial, ökologisch, politisch etc.)?

Ich kann das leider nicht so gut eingrenzen. Heute ist es das eine, morgen etwas anderes. Das ist aber auch gut so. Fanatismus ist etwas, das ich grundsätzlich schon einmal nicht mag. Das führt meistens zu einem Tunnelblick.
Wenn ich mich entscheiden muss, so ist es allerdings die Natur und ihre Nachhaltigkeit. Ein gesundes Umweltbewusstsein muss schon sein. Schliesslich sind wir gerade auf dem besten Weg, unsere eigene Lebensgrundlage zu zerstören. Und ganz ehrlich – was gibt es schöneres, als die Wunder der Natur?

4. Introvertiert, extrovertiert oder was dazwischen?

Das kommt ganz auf die Situation an. Tendenziell bin ich eher introvertiert, besonders in neuen Umgebungen und wenn ich die Leute nicht gut kenne. Mit meinen engsten Vertrauten kann das aber auch gerne mal ins Gegenteil kehren.

Und, was vielleicht etwas speziell ist – Koffein kann das auch!

5. Was machst du nach einem stressigen Tag um dich zu entspannen?

Ich gönne mir ein warmes Bad, kuschle mich danach auf dem Sofa in eine warme Decke und esse Ovo-Riegel. Die liebe ich!

6. Wenn du den Rest deines Lebens nur noch eines davon machen dürftest: Malen/Basteln, (kreatives) Schreiben oder Musik, was würdest du wählen?

Eindeutig kreatives Schreiben. Für malen (ausser in Gedanken ;) ) habe ich sowieso keine Geduld und Musik ist zwar schön, aber dafür fehlt mir glaube ich das Talent. Schreiben war schon immer mein liebstes Medium, um mich selber und die Welt in meinem Kopf zu ordnen.

7. Würde es dich prinzipiell interessieren, an der Mars Mission teilzunehmen?

Natürlich wäre der Gedanke, so etwas Einzigartiges zu erleben, sehr verlockend. Trotzdem würde ich lieber hierbleiben, bei meinen Lieben und einer Welt, auf der es selber noch ganz viel Schönes zu entdecken gibt. Hier ist meine Heimat und die ist mir wichtiger.

8. Wenn du in irgendeinem Land der Welt leben könntest, welches wäre das und wieso?

Aus dem Bauch heraus würde ich mich für Irland entscheiden. Zugegeben, ich war noch nie dort, aber ich muss unbedingt mal hin! Die Landschaft sieht aus wie aus einem Märchen. Und ich mag Regen (ausser im Winter). Danach riecht es immer so frisch und die Luft, die man atmet, scheint rein und gut zu sein. Und ausserdem habe ich so ein Bild von Unkompliziertheit, das ich mit dem Land verbinde. Ob das stimmen mag, kann ich aber (noch?) nicht beurteilen.

9. Welche futuristische technische Innovation (z.B. Teleportation als Fortbewegungsmittel) würdest du dir am meisten wünschen?

Ganz eindeutig: Ein Übersetzungstool, das einem erlaubt, mit Tieren zu kommunizieren!

10. Deine Lieblingsmusiker/ -bands (ich brauch mal wieder was Neues für die Gehörgänge;) )?

Einen Lieblingsmusiker an sich habe ich nicht. Aber als Vorschläge die mir gefallen:
– The tallest man on earth
– Koan
– Supertramp

11. Wenn du dir irgendeinen Job auf der Welt aussuchen könntest und spontan ausgebildet und eingestellt/ ausgerüstet wärst – welcher und wieso?

Das wäre Journalistin für ein naturwissenschaftliches Magazin. Mein absoluter Traum! Schreiben, Fotografieren und immer neues spannendes Wissen, alles in einem. Aber ob das jemals wahr wird… Naja, träumen darf man immer.

 

So, und nun kommen meine Nominierungen.

Ich bitte zu Tinte und Feder:

Wahn der Gedanken
Atempausen
Elicas Blogarea
Social Me. Social U.
Fräuleins Tagebuch
Freeletics für Anfänger
Tyrrin Hexenkater
Of Simple Things
Living Memory
Secrelicious
Hate me or love me

Mit meinem noch begrenzten Netzwerk war es gar nicht mal so einfach, genug Leute zu finden, die nicht soeben schon einen Award hatten.

Und hier sind meine Fragen an euch:

  1. Wie bringst du dein Leben und das Bloggen zusammen unter einen Hut?
  2. Was gefällt dir an anderen Blogs und wieso? Was schreckt dich eher ab?
  3. Hat dir jemand geholfen, deinen Platz in der Weite des Webs einzurichten, oder hast du dir alles selber beigebracht?
  4. Welche ist deine liebste Jahreszeit und wieso?
  5. Was wünschst du dir für die Zukunft unserer Welt am meisten?
  6. Wenn du ein Tier wärst – welches wärst du?
  7. Eine richtig dumme Aktion, die du als Kind gemacht hast?
  8. Hast du einen Wunsch, der dich seit deiner Kindheit begleitet? Und wenn ja, was für einer ist das?
  9. Was war der beste Tipp, den du je bekommen hast?
  10. Eine schlechte Angewohnheit von dir?
  11. Und zu guter Letzt: Wenn du deine Gedanken selber einfärben könntest, was für Farben würdest du dafür benutzen?

Ich freue mich schon auf eure Antworten! Das Ganze ist aber natürlich freiwillig.

Hier noch einmal kurz die Regeln zum Liebsten Award:

Verlinke die Person, die dich nominiert hat.
Beantworte 11 Fragen die dir vom Blogger, der dich nominiert hat, gestellt wurden.
Nominiere 11 weitere Blogger mit weniger als 200 Followern.
Stelle 11 Fragen an deine Nominierten.
Informiere deine Nominierten über diesen Post.

Wie du deinen Alltag auf 3 Ebenen angenehmer machst

Jeder hat einmal einen schlechten Tag. In manchen Zeiten häufen sich diese, bis jeder Tag einer ist. Oft wünscht man sich in diesen Momenten eine Lösung, die das Leben wieder einfacher macht.

Ich habe ein paar Tipps für dich zusammen getragen, die dir helfen, dein Alltagsleben angenehmer und schöner zu gestalten.

  1. Dein Umfeld

Umgebe dich mit schönen Dingen. Es ist wichtig, sich jeden Tag auf etwas freuen zu können. Dies kann eine schöne Tasse sein, die im Geschäft auf dich wartet. Du kannst dich an ihrer Schönheit freuen, oder an dem warmen Kaffee darin. Vielleicht machst du es dir zur Gewohnheit, die Zeit vom Kaffee trinken am Morgen zu nutzen, um noch einmal kurz für dich zur Ruhe zu kommen.

Es kann aber auch eine Haarspange sein, mit der du dich hübsch fühlst, oder ein Parfum, das dir Sicherheit gibt. Du kannst auch eine schöne Blume an deinen Arbeitsplatz stellen. Was für dich etwas Schönes bedeutet, weisst du bestimmt am besten selbst.

Oft sind es die kleinen Dinge, die unsere Welt besser und schöner machen.

  1. Dein Verhalten anderen gegenüber

Es ist doch immer wieder das Gleiche auf dieser Welt. Wie man andere behandelt, so kommt es zurück. Ganz automatisch. Deshalb – mache auch einmal Komplimente.
Ich persönlich finde es schade, wie selten einem gesagt wird, was man gut macht. Dabei ist es ein schönes Gefühl, jemanden mit einer winzigen Aufmerksamkeit glücklich zu machen. Das kann etwas sein, wie „Diese Hose steht dir total gut“, oder: „Ich bewundere, wie du immer so fit wirken kannst.“ Das Lächeln, das du dafür bekommst, tut auch dir gut.
Natürlich solltest du es nicht übertreiben, das kommt auch schlecht an. Aber du könntest es dir zum Beispiel vornehmen, 2 Mal in der Woche jemandem ein Kompliment zu machen. Vielleicht sogar jeden Tag, immer wieder einer anderen Person.

Es gibt auch ein gutes Gefühl, Verständnis für andere Menschen zu suchen und sie zu wertschätzen. Das heisst nicht, dass man Dinge genauso sehen muss, nur, dass man auch einen anderen Blickwinkel zulässt.
Wenn du von deinem Chef das nächste Mal einen Zusammenschiss bekommst, denk dir doch einfach „der Arme hat heute auch nicht seinen besten Tag“, oder frag dich: „Würde es mir ein gutes Gefühl geben, jemandem so klar sagen zu müssen, was er falsch macht? Muss auch manchmal schwierig sein.“
Natürlich solltest du ihm das nicht sagen. Es geht nur darum, für dich das Verständnis zu suchen. Damit hilfst du dir selber, etwas nicht zu streng zu sehen. Gleichzeitig wirkst du auf dein Gegenüber ganz anders. Ob man es will oder nicht, man strahlt oft aus, was man denkt.

  1. Dein Verhalten dir selber gegenüber

Dieser Punkt ist in meinen Augen der Wichtigste. Du selbst bist die einzige Person, mit der du mit Sicherheit dein ganzes Leben verbringen musst. Also sei auch einmal lieb zu dir selbst. Zeige Verständnis für dich, anstatt dich zu verurteilen. Gönne dir auch einmal Ruhe oder einen Abend für dich alleine.

Ich bin kein Fan von dem Spruch „Du musst nur alles positiv sehen“. Je nachdem, wie man diese Aussage anwendet, hat sie aber bestimmt seine Richtigkeit. Wo ein Problem ist, kann man sich dieses nicht einfach „wegdenken“. Aber man kann versuchen, das ganze Leben, das sich neben diesem Problem abspielt, nicht zu vergessen.

Eine wichtige Person in meinem Leben sagte mir einmal:
„Frage dich jeden Abend, was dich an diesem Tag glücklich gemacht hat. Das muss nichts grosses sein, eine schöne Blume am Wegrand reicht bereits. Je öfter du das machst, desto mehr wird dir auffallen, bis du kaum mehr zu einem Ende kommst.“
Der Spruch in meinem Beitragsbild stammt übrigens von derselben Person.

Vielleicht hast du noch weitere gute Tipps für ein angenehmeres Alltagsleben? Dann teile sie mir doch mit.

Wie man etwas zum Leben erweckt – oder der Traum vom gross sein

„Bitte das Licht etwas dimmen. Der Kopf muss zum Kleinen zeigen. Es soll gerade gefüttert werden. Ja, genau so!“

Ich war unheimlich aufgeregt! Es war mein allererster Auftrag für ein Shooting. Nun, das ist natürlich super und ich freute mich schon seit Tagen darauf! Das Ganze hatte nur einen Haken: Ich bin absolute Anfängerin. Ich habe keine Erfahrung, kaum Wissen, nur einfache naive Freude an der Fotografie und eine Spiegelreflexkamera.

Natürlich konnte und wollte ich kein Geld verlangen. Die Chance als solches war mir bereits Lohn genug. Und das Beste: meine Models waren keine Menschen. Sie konnten also nicht motzen: „Neee, geht gar nicht, hier sieht man einen Pickel!“ Oder: „Du kriegst mich sowieso nie gut auf ein Foto, ich bin nicht fotogen!“ Also, ein grosser Pluspunkt für jemanden mit der Unsicherheit eines Anfängers!

Ich tänzelte also insgesamt 3 Stunden lang mit meiner Kamera und Stativ um eine kleine Bühne. Es war eine schöne und lehrreiche Erfahrung!

Nun fragst Du dich vielleicht, um was es sich bei diesem Shooting überhaupt handelte?

Etwas unheimlich Tolles! – Ein Puppentheater mit Tieren, die „Zwergebühni“ (http://screenignition.ch/zwergebuehni/). Diese sollte eine neue Homepage bekommen und ich durfte die Fotos dafür machen. Von mir sind die Startbilder, die Impressionen zu den Theaterstücken „Ä bsunderi Nacht“ und „De letschti Öpfel“ und sonst noch ein paar vereinzelte.

Um eine Ahnung zu haben, um was es überhaupt ging, war ich bereits für die Vorstellung vor Ort. Ich wollte wissen, wie die Tiere sind, wenn sie „leben“.

Es war dunkel im Raum. Die Kinder flüsterten sich gegenseitig ihre Aufregung zu und manche Eltern kicherten leise vor sich hin. Süss, wie die Kleinen sich von einer fiktiven, offensichtlich gespielten Welt, mitreissen lassen.

Die Puppenspielerinnen stellten sich vor. Sie fragten die Kinder, wieso sie beim Spielen schwarze Handschuhe tragen. Einer wusste es und rief ganz aufgeregt: „Damit man Dich nicht sehen kann!“

Der Vorhang öffnete sich. Ein wunderschöner, farbiger Märchenwald kam zum Vorschein. Verschiedene Waldtiere erwachten zum Leben, reckten und streckten sich, sangen und fütterten ihre hungrigen Kinder. Eine heile Welt. Doch das soll nicht lange so bleiben.

Das Mausekind mit dem weissen Fell war traurig. Es sah nicht wie seine graue Mutter aus und lief weg. Es fühlte sich schon gross und erwachsen. Doch wohin mochte es gehören? Wo war sein „wirkliches“ Zuhause? Es machte sich auf die Suche.

Puppentheater Mäuse Geschichte

Es war still, trotz der ca. 100 Menschen im Raum. Die hellen Stimmen der Puppenspielerinnen redeten klar und hauchten den Tieren ihre eigene Lebendigkeit ein. Ein kleines, verzaubertes Schulzimmer, versunken in der Märchenwelt.

Immer wieder wischte ich mir ein paar Tränen aus den Augen. Ganz unauffällig, hoffentlich. Irgendwie fühlte ich mich ziemlich doof. Ich weinte vor Rührung, wegen einem Puppentheater! Und das mit 24! Nun, ich schiebe es darauf, dass die Spielerinnen die Tiere und ihre Geschichte so lebendig hinbekommen, dass man mit etwas Herz kaum anders kann. Oder geht das wirklich nur mir so?

Es war ein Abend voller Gefühl mit Lerneffekt. Für die Kleinen sicherlich durch die Geschichte und ihre Moral. Ich selbst habe beim nachfolgenden Shooting auch eine Menge gelernt und gute erste Erfahrungen gesammelt. Das Ergebnis ist bestimmt weit entfernt von professionell. Aber immerhin kann es sich sehen lassen.

Das Puppenspiel und die Fotografie haben doch etwas gemeinsam: Durch beides wird versucht, etwas zum Leben zu erwecken. Beim Spiel sind es die Puppen, bei der Fotografie die Bilder. Beides erzeugt Lebendigkeit aus etwas Statischem.

Lebst du eigentlich hinter dem Mond!?

In letzter Zeit höre ich diesen Spruch sehr oft.

Irgendwann habe ich aufgehört, Zeitungen zu lesen. Radio hören und Fernsehen, zumindest News-technisch, hatte ich gar nie erst angefangen. Doch wieso habe ich das getan? Waren die Zeitungen zu wenig spannend?

Eigentlich waren mehrere Gründe dafür verantwortlich.

1. Ja, die Zeitungen schrieben meiner Meinung nach immer öfter Schwachsinn, der mich nicht interessierte. Irgendwann war es soweit, dass ich von Anfang an zum Horoskop blätterte, ohne überhaupt daran zu glauben. Immerhin schaffte es dieses doch noch ein kleines bisschen, den Unterhaltungsfaktor in mir anzuregen.

2. Die Zeitungen quellen nur so über von eigenen Meinungen der Journalisten. Das ist ja eigentlich nicht unbedingt verkehrt. Einen ansprechenden Text ohne eigene Meinung zu schreiben, ist in vielen Gebieten kaum möglich. Dieser Blog ist dem keinen Schritt voraus, zugegeben. Aber er wurde auch für diesen Zweck erst ins Leben gerufen.
Bei den Zeitungen ist das anders. Sie sollen über die Geschehnisse auf der Welt möglichst neutral berichten (denke ich zumindest). Und genau dieser Punkt ist der Hauptgrund für diesen Artikel.

Ich bin echt im Zwiespalt mit dem Thema. Einerseits ist da die Sehnsucht nach Wissen, nach Weltoffenheit und Mitsprachemöglichkeiten. Andererseits ist mir irgendwann viel zu klar geworden, wie sehr der Spruch „Jedes Medaillon hat zwei Seiten“ der Wahrheit entspricht. Manchmal sind es sogar mehr als zwei und das Medaillon wird zum Prisma.
Wenn ein Journalist über ein Thema berichtet, ist es ihm nicht möglich, alle diese Seiten aufzuzeigen. Er muss sich auf eine Seite beschränken. Menschen wollen keine vagen Vermutungen lesen, sie wollen Tatsachen.

Das Thema Meinungsbildung kommt hierdurch sehr stark zum Tragen. Lese ich die Zeitungen, so setze ich mich permanent einseitig beleuchteten Tatsachen aus. Die Möglichkeit, mich mit allen Seiten gleich stark auseinander zu setzen,  wird damit in den Schatten gestellt. Lese ich gar keine Newsblätter, kann ich mir erst gar keine Meinung bilden. Schliesslich bin ich mir dadurch den allgemeinen Thematiken in der Welt schlicht nicht bewusst. Es fehlt das Wissen.
Ob man es will oder nicht, das Hirn funktioniert nun einmal so. Was ihm als Tatsachen vermittelt wird, setzt sich fest und wird Teil vom eigenen Wissen. Ist dieses Wissen auch noch als „vollständig“ getarnt, wird es automatisch schwerer, sich bewusst zu bleiben, dass es auch andere Wahrheiten zum gleichen Thema gibt.

Also muss ich mir immer wieder die Frage stellen: Was will ich? Will ich Halbwissen und mir dadurch eventuell falsche Meinungen bilden? Oder will ich dann doch lieber gar kein Wissen.

Wie gehst Du mit diesem Problem um? Vielleicht hat Du mir auch den einen oder anderen guten Tipp?

Von Bankkarten und magnetischen Handtaschen

Ein richtiges Schmuckstück! Endlich hatte ich die perfekte Handtasche gefunden. Genau die richtige Grösse für eine Brieftasche, ein Smartphone und den Lieblings-Lippenstift. Und das Ganze auch noch Aktion!

Die Freude hielt genau eine Woche lang an. Dann war meine Bankkarte hin. Der Chip funktionierte noch, aber Bargeld gab es keines mehr. Ein paar nervenaufreibende Tage folgten. Ein Gang zur Bank zu unmöglichen Öffnungszeiten, kein Bargeldbezug und das Auswendiglernen vom neuen Pin sorgten immer wieder für Stress. Das Schlimmste aber war der fehlende Kaffee im Geschäft. Meine Pads waren alle und das Bargeld für den Kauf davon gleicher massen.

Endlich hatte ich die neue Karte, kannte den Pin und hatte wieder Bargeld. Genau eine Woche lang. Die ganze Odyssee begann von neuem und mir wurde klar, was das Problem sein musste.

Meine geliebte neue Tasche! Natürlich, die starken Magnete vom Verschluss, daran hatte ich beim Kauf nicht gedacht. Nun, da gibt es wohl nur eine Lösung – es muss eine neue Tasche her. Oder?

Beim erneuten Besuch auf der Bank erhielt ich spannende Informationen:

Scheinbar kann man manchmal an Automaten anderer Banken als der, von der die Karte ist, trotz dem kaputten Magnetstreifen Bargeld beziehen. Beim Bezug an solchen Fremdautomaten werden die Karten scheinbar über den Chip gelesen. (Ausprobiert habe ich das allerdings noch nicht.)

Und was ich auch nicht wusste: Es gibt extra Hüllen, die  eine Karte vor dem Einfluss von Magneten schützen können. So eine habe ich netterweise beim zweiten Besuch bei der Bank gratis bekommen, damit ich meine hübsche Tasche weiterhin benutzen kann. Muss man auch erst wissen.