Monat: Januar 2019

Wie Du dich auf den Einzug von Katzen vorbereiten kannst

Das Aufwachsen mit Haustieren, und wenn sie noch so verwildert sind, beeinflusst in vielerlei Hinsicht. Bei mir blieb immer der Wunsch, einen tierischen Freund an meiner Seite zu haben. Und das, obwohl unsere Katze, eine Freigängerin namens Sissi, absolut nicht menschenfreundlich war, sondern die typischen Klischees erfüllte: Menschen sind nur Dosenöffner, gekuschelt wird nur wenn Katze will (so gut wie nie in diesem Fall), und wenn Katze kuscheln will, so dauert dies meist ein paar Sekunden an, bis Mensch als böse empfunden wird. Nun, bestimmt war unsere flauschige Mitbewohnerin hier auch ein spezieller Fall. Nichts desto trotz liebte ich sie.

Nach jahrelangem haustierfreiem Leben ist nun aus dem verbliebenen Traum ein Entschluss entstanden. In ein paar Monaten dürfen zwei kleine, fellige Mitbewohner bei mir und meinem Partner einziehen. Unsere Leihmutter (wir müssen sie erst noch kennenlernen, doch sie ist auf jeden Fall eine Schönheit sondergleichen!) ist schon fleissig am Austragen unserer baldigen neuen Freunde. Und auch meine Hormone spielen verrückt! Um die Wartezeit zu verkürzen, wird nun natürlich fleissig alles auf die Kleinen vorbereitet. Diese Aufregung möchte ich Dir nicht vorenthalten.

Was es alles braucht, wenn Kitten einziehen:

Was für Katzen will ich?

Die erste Entscheidung ist natürlich, was für Katzen es werden sollen. Willst Du Kitten oder lieber eine erwachsene Katze? Rassekatze oder Bauerhofkatze? Verspielt und wild oder lieber ausgeglichen bis lethargisch?

Viele schwören auf das Retten von Tieren aus Tierheimen, was ich absolut unterstütze! Es gibt aber mehr zu beachten:

Katzen aus Tierheimen haben oft bereits etwas Schlimmes erlebt. Daher sollte vorab bedacht werden, ob man selbst die Erfahrung und eventuell auch die Zeit aufbringen kann, diesem Tier ein gutes Leben zu bieten.
Bauernhofkatzen sind vielmals eigensinniger und weniger menschenbezogen als Rassekatzen, welche die Nähe zum Menschen besser kennen. Willst Du eine sehr eigenständige, freie Katze, und/oder hast vielleicht auch nicht das Budget für eine teure Rassekatze, ist eine Bauernhofkatze eine wundervolle Wahl.
Rassekatzen dagegen sind oft speziell gezüchtet und nicht jeder will diese Art der Vermehrung unterstützen. Gute Züchter achten aber auf die Gesundheit der Tiere, auf ein Vermeiden von Erbkrankheiten und sorgen bereits vor Abgabe der Tiere für notwendige Impfungen und Gesundheitschecks. Ausserdem kann man sich bei Rassekatzen an einigen Grundcharakteristika orientieren und weiss somit eher, was für ein Tier einzieht. Natürlich sind diese aber auch nur grobe Züge, trotzdem weist jedes Tier seinen eigenen Charakter auf. Und nicht zuletzt spielen die Erziehung und persönliche Erlebnisse der Katzen eine grosse Rolle in der Entwicklung.

Meine persönliche Entscheidung fiel auf eine Rasse, die Sibirische Katze. Ursprung dafür war die leichte Allergie meines Partners. Ich suchte also nach Katzen, welche besser geeignet sind und stiess auf zahlreiche Erfahrungsberichte, welche dies bestätigen. Der Grund hierfür ist, dass die Sibirer weniger (nicht keins!) von dem für die Allergie verantwortlichen Protein Fel D1 produzieren. Bei leichten Allergien kann diese verminderte Produktion genügen, damit keine Symptome auftreten.
Aber auch diese Proteinproduktion ist nicht bei allen Sibirischen Katzen gleich und es sollte auf jeden Fall vorher ein langer Besuch bei einem Züchter eingeplant werden, um dies auszutesten. Viele Züchter bieten hierfür auch extra Tests an.

Nun, die süssen Sibirischen Katzen suchten wir uns natürlich nicht nur wegen der Allergie aus. Dies war nur der Weg, wie wir sie kennen lernten. Einmal gesehen war ich bis über beide Ohren verliebt und kann mir eine andere Rasse nicht mehr für mich vorstellen. Ich glaube sogar, das ist mit den Rassekatzen ein bisschen wie mit den Hunden: Hund und Herrchen passen oft wunderbar zusammen, auch optisch. Ich behaupte hier daher einfach einmal, meine Haare sind in etwa so wuschelig, wie das Fell der Sibirischen Katzen. Wir passen zusammen! :)

Grundbedürfnisse stillen

Natürlich haben auch Katzen eine Art Bedürfnispyramide und die untersten Ebenen handeln vom gleichen wie die vom Menschen: Nahrung, ein Zuhause, Hygiene.

Erst einmal braucht es Futterschalen für die Kleinen. Bei meinen Recherchen bin ich auf verschiedene Anhaltspunkte gestossen, die es zu beachten gilt. Hilfreich waren dabei übrigens Foren mit erfahrenen Züchter/innen, wie z.B. das Katzenforum und natürlich die grösseren Haustierseiten- und Shops wie Zooplus oder Purina.

Was ist denn nun zu beachten?
Gerade Kitten sind noch nicht so gross und bevorzugen daher Futterschalen mit tieferem Rand, damit sie auch gut an das Essen herankommen. Die Schalen sollten nicht spiegeln, dies könnte die Kleinen irritieren. Ausserdem ist darauf zu achten, dass die Schale breit genug ist, damit die Katze mit ihren Schnurrhaaren nicht am Rand anstösst. Für den Katzenhalter ist natürlich ein Gefäss von Vorteil, das auch spülmaschinengeeignet ist.

Beim Futter selbst gehen die Meinungen auseinander. Ich persönlich habe mich nach langer Recherche für viel abwechslungsreiches und vor allem fleischreiches Futter, möglichst ohne viele Zusatzstoffe, entschieden. Dies darf ruhig aus der Dose sein, aber ab und zu erhalten sie auch extra Happen frisches, rohes Fleisch. Beim Trockenfutter sollte darauf geachtet werden, dass es möglichst viel Fleischanteil enthält und wenige (höchstens 10%) Kohlenhydrate. Eine Art gesunde Mischung also. Und vor allem sollte immer genügend Wasser vorhanden sein!

Das Katzenklo

Katzen sind sehr reinliche Tiere und mögen daher auch eine hübsche, saubere Toilette. Genug Platz ist dabei unheimlich wichtig. Gerade grössere und langhaarige Katzen brauchen eine grössere Toilette, damit sie ihre Hinterlassenschaften beim Ausstieg nicht wieder ausversehen mittragen.
Viele Katzenhalter schwören auf geschlossene Toiletten, da diese natürlich die Streu besser davon abhalten, sich in der ganzen Wohnung zu verteilen. Die Tiere selbst mögen aber offene Toiletten lieber (wobei auch dies vom einzelnen Tier und seinen Vorlieben abhängig ist!). Diese halten den Geruch weniger fest und ermöglichen das Erkennen von eventuellen Feinden frühzeitig, ein uralter Instinkt. Unsere Entscheidung fiel daher eindeutig auf offene Toiletten, die denn auch in unserem Fitness- und Chill Zimmer sowie im Bad ihren Platz finden werden. Gerade wenn die Katzen grösser werden, muss auch auf ein grösseres Katzenklo umgestiegen werden. Eine Variante mit höherem Rand ist eine gute Alternative zu einer geschlossenen Form. Auch ganz süss fand ich Toilettenschränke oder Ideen, wie die unschönen Schalen gut in Möbeln versteckt werden können. Die fertigen Angebote waren mir für meine zukünftigen Katzen leider zu klein (Sibirische Waldkatzen können ganz schön gross werden!). Für kleinere Rassen kann dies jedoch eine echt schöne Möglichkeit sein.

Bei Kitten sollte übrigens noch keine Klumpstreu verwendet werden, da sie, wie auch Menschenbabys, noch gerne alles Mögliche in den Mund nehmen und die Streu dann auch verschluckt werden kann. Ein solcher Pipiklumpen im Magen ist natürlich nicht so toll. Später ist aber Klumpstreu eine gute Möglichkeit für die einfache Reinigung der Toilette.
Grundsätzlich wird am Anfang am besten die Streu verwendet, welche dieTiere bereits kennen.

Körperhygiene und Bettchen

Jede Katze liebt stille Rückzugsmöglichkeiten, wie auch wir Menschen teilweise gerne unsere Ruhe haben. Daher sollten genügend Höhlen und Bettchen zur Verfügung stehen. Auch eine weiche Decke auf dem Fenstersims ist gut geeignet, der Katze ein schönes Zuhause zu geben. Katzen LIEBEN Fenster! Was gibt es denn schöneres, als in der Wärme eingekuschelt nach draussen zu schauen, was da so alles los ist.

Für die Katzenhygiene ist neben der richtigen Toilette ein Kratzbaum unabdinglich. Die Krallen müssen gewetzt sein, ansonsten bleiben sie plötzlich überall hängen. Unsere Katze Sissi war irgendwann eine echte Greisin. Sie wurde zu müde, sich richtig zu pflegen und es war mitunter schon richtig traurig mit anzusehen, wie sie an jeder Faser hängen blieb!
(Ich weiss nicht, wie alt sie genau wurde, mehr als 20 Jahre waren es mit Sicherheit! Übrigens: Die Süsse wurde nie an einen Transport zum Tierarzt oder Ähnliches gewöhnt. Abgesehen von Wurmkuren hat sie nach den ersten Impfungen und Kastration nie wieder einen Tierarzt gesehen. Mit meinen eigenen Kleinen werde ich das natürlich anders handhaben. Trotzdem finde ich erstaunlich, wie alt Sissi geworden ist, ohne jegliche Arzttermine.)

Bei langhaarigen Katzen darf das regelmässige Bürsten nicht vergessen werden. Gewöhnt man sie von klein auf an diese Pflege, geniessen es viele Katzen sogar. Lässt man diese Fellpflege ausser Acht können sich Verfilzungen bilden, welche über längere Zeit zu Reizungen auf der Haut und Ausschlägen führen können.

Die Wildkatze in der Hauskatze

Auch unsere domestizierten Kuschelpartner sind natürlich im Inneren immer noch ein bisschen Wildkatze. Dieser Instinkt sollte natürlich wahrgenommen und unterstützt werden. Gerade wenn die Katze keinen Freilauf erhält, wie es bei uns der Fall sein wird, ist es wichtig, immer wieder genügend Abwechslung zu bieten. Mal ein neues Spielzeug, mal eine neue Einrichtung, hier darf man ruhig kreativ sein. Für den Anfang haben wir uns für typisches Katzenspielzeug entschieden. Was wir später noch alles basteln werden, wird sich herausstellen.

Katzenvorsorge

Auch Katzen können krank werden. Ein kleines Vermögen sollte daher immer zur Verfügung stehen, sollte einmal etwas passieren. Hierfür gibt es extra Tierversicherungen. Persönlich habe ich mich jedoch für ein extra Sparkonto für die Katzen entschieden, auf welches ich regelmässig etwas Geld für Notfälle einzahle. Grundsätzlich sollte man sich natürlich vorher Gedanken machen, was eine Katze kostet und sich einen Budgetplan erstellen.

Wohnungs- oder Freilaufhaltung

Auch bei diesem Thema gehen die Meinungen der Katzenhalter stark auseinander. Gerade in Kreisen der Rassenkatzen wird hier öfter gestritten. Natürlich haben beide Möglichkeiten ihre Vor- und Nachteile und es müssen verschiedene Aspekte bedacht werden.

Die Katzenhaltung mit Freilauf hat natürlich den riesigen Vorteil, der Katze ihren Freiraum lassen zu können. Sie kann an Nachbars Blumen schnüffeln, sich mit fremden Katzen streiten, ihr Revier verteidigen, Mäuse fangen, sich auf der Wiese sonnen und Insekten jagen. Grundsätzlich ist dies klar die schönere Variante für Katzen. Aber auch nicht immer.

Revierkämpfe können für Sensibelchen auch Stress bedeuten, Strassen stellen grosse Gefahren dar und leider sind auch nicht alle Menschen tierlieb. Gerade bei Rassekatzen kommt es öfter zu Diebstählen freilaufender Tiere. Und die Gefahr besteht auch, dass die Bindung zum Menschen nie so richtig stark wird. Man ist dann schnell tatsächlich nur der Dosenöffner und ein Freund nur in der Not.

Bei einer reinen Wohnungshaltung haben die kleinen Tiger oft einen engeren Bezug zum Menschen und sind natürlich in einer sicheren Umgebung. Sie bringen dann keine toten Tiere nach Hause, niemand kann sie entführen und es muss nicht extra eine Katzentür eingebaut werden. Dafür muss für mehr Indoor-Beschäftigungen gesorgt werden, es müssen mehr Katzentoiletten zur Verfügung stehen und mehr Essen gekauft werden, da nicht zwischendurch einfach einmal eine Maus verschlungen oder beim Nachbar genascht wird. Und natürlich sollten hier auch immer mindestens zwei Katzen gewählt werden und nicht eine alleine. Ein Mensch als Freund ist trotz aller Liebe nie das gleiche wie ein Artgenosse.
Eine Katze in reiner Wohnungshaltung sollte den Freigang noch nicht kennen. Ansonsten wird sie kaum glücklich, sofern sie sich nicht von selbst dazu entscheidet nicht raus zu gehen.

Auch wenn ich klar Freigang für Katzen schöner finde, habe ich mich für die Wohnungshaltung entschieden. Aus dem einfachen Grund, dass immerhin eine riesige Terrasse zur Verfügung steht und ich panische Angst hätte meine Süssen auf der stark befahrenen Strasse gleich neben dem Haus tot aufzufinden. Und auch, aus dem doch ehrlich ziemlich egoistischen Grund heraus, dass ich mir einen engen Bezug zu meinen Tieren wünsche.

Informiert ist halb gewonnen

Bestimmt kann mein Partner meine endlosen Internetrecherchen der letzten Tage kaum mehr hören und sehen. Doch ich bin der Überzeugung, dass vorheriges Informieren sehr wichtig ist. Wer weiss, vielleicht rettet meine Information über die Prozedur einer Herzmassage bei Katzen meinen Süssen einmal das Leben.

Es gibt viele Anleitungen und Listen, was alles bedacht werden muss vor der Entscheidung, Kitten in die Familie zu integrieren. Es lohnt sich auf jeden Fall, vorher möglichst alles überdacht zu haben, um nicht am Ende enttäuscht oder überfordert mit zwei süssen Fellknäueln dazustehen und sie wieder abgeben zu müssen.

Bedenke auf jeden Fall, dass eine Katze ein Lebewesen mit Gefühlen und allem drum und dran ist. Du solltest sie als Partner bis an ihr Lebensende sehen und auch als solche behandeln und schätzen.

… und nun fehlen nur noch die Katzen. :)

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